Am Sonntag beginnt die Tischtennis-WM im Einzel und Doppel in Ungarns Hauptstadt Budapest. Das Tageblatt hat sich kurz vor dem Abflug der siebenköpfigen FLTT-Auswahl mit Landesmeisterin Sarah de Nutte unterhalten, die in allen drei Wettbewerben antreten wird.

Von Mario Nothum

Tageblatt: Am Wochenende hatten Sie maßgeblichen Anteil an der Qualifikation Ihres Teams Bad Driburg für das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Sie scheinen zum richtigen Zeitpunkt in Topform zu sein?

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Sarah de Nutte: Ich hab mich in den beiden Spielen am Freitag und am Sonntag gegen Anröchte sehr gut gefühlt und war sowohl spielerisch als auch mental sehr stabil. Ich mag es, wenn ich unter Druck spiele. In den beiden letzten Jahren habe ich mich vor allem in diesem Punkt weiterentwickelt. Mein Sieg am Sonntag gegen Aimei Wang hat gezeigt, dass ich mittlerweile auch gegen starke Verteidigerinnen gewinnen kann.

Bei der Weltmeisterschaft in Budapest sind Sie aufgrund ihrer Weltranglistenposition, ebenso wie Ni Xia Lian gleich für die Runde der besten 128 qualifiziert. Was ist Ihre Zielsetzung im Feld der Weltbesten?

Das ist sehr schwer einzuschätzen, da es immer auf die Auslosung ankommt. Vor vier Jahren traf ich gleich auf eine chinesische Nationalspielerin. Vor zwei Jahren dann gewann ich zunächst knapp gegen eine sehr starke Qualifikantin aus Taipeh und schied dann gegen die spätere Vizeweltmeisterin aus. Optimal wäre es diesmal, auf eine nicht allzu starke Qualifikantin zu treffen und danach eine Gegnerin, die in der Rangliste zwischen Position 17 und 32 liegt, zugelost zu bekommen.

Die besten Aussichten auf eine vordere Platzierung bei der WM haben Sie sicherlich im Doppel, zusammen mit Ihrer langjährigen Partnerin Ni Xia Lian. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Europameisterschaft scheint eine Qualifikation für das Achtelfinale durchaus realistisch …

Sicherlich bilden wir ein starkes Doppel. Wir sind an Position 18 gesetzt und wollen natürlich so weit wie möglich kommen. Trotzdem genießt das Einzelturnier aufgrund der Weltrangliste Priorität. Jedes gewonnene Spiel, egal wie spielstark die Gegnerin ist, bringt im neuen Rechnungsmodus zusätzliche Punkte.

Im gemischten Doppel treten Sie mit Eric Glod an und müssen durch die Qualifikation. Haben Sie sich spezifisch für den Mixed-Wettbewerb vorbereitet?

Wir haben bislang noch nicht oft zusammen gespielt. Zum letzten Mal standen wir bei der WM vor zwei Jahren zusammen am Tisch. Dennoch haben wir sicherlich die Chance, uns für die Hauptrunde zu qualifizieren.

Nach der WM geht es nahtlos mit dem Halbfinale gegen den amtierenden Meister Kolbermoor weiter. Wie realistisch ist das Erreichen des Endspiels?

Gegen Kolbermoor konnten wir in der Hinrunde mit 6:4 gewinnen und haben das Rückspiel mit dem gleichen Ergebnis verloren. Im Halbfinale sind wir klare Außenseiterrinnen, da Kolbermoor, wie im Pokal, sicherlich auf eine gebürtige Chinesin zurückgreifen wird, die über die Saison nicht eingesetzt wurde. Dadurch sinken unsere Siegchancen von knapp 50 auf 20 Prozent.

Das ganz große Ziel ist die Teilnahme an den Spielen in Tokio. Was sind die Voraussetzungen für Ihre erstmalige Teilnahme an einer Olympiade?

Bei den letzten Olympischen Spielen lag ich in der Rangliste um Platz 100 und war dritte Reservistin. Mit meinem derzeitigen 71. Platz wäre ich damals automatisch qualifiziert gewesen. Durch die neuen Teilnahmekriterien ist eine direkte Qualifikation über die Rangliste leider nicht garantiert. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch etwas früh, um die Chancen auf eine Teilnahme einzuschätzen. Im Damendoppel werden dort übrigens keine Medaillen vergeben.

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