Die Weltsommerspiele von Special Olympics in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Vergangenheit. Aber keineswegs vergessen. In den Köpfen und den Herzen der 7.500 Sportler, der 4.000 Trainer und Begleiter, der 4.000 Familienmitglieder sowie der über 20.000 freiwilligen Helfer lebt der Geist der Spiele weiter.

Von Pierrot Feltgen

Viel erlebt hat die luxemburgische Delegation bereits im Vorfeld der Spiele mit zahlreichen lokalen Veranstaltungen (Kamelrennen, Luxemburger Tag in einer Mädchenschule, traditionelle Tänze und Essen) in der „Host Town“ im nördlichsten Emirat Ras al Khaimah. Der Empfang war überall sehr warm und herzlich. „Die Gastfreundschaft und die Offenheit der Leute waren außergewöhnlich. Die Vorurteile, die die Medien uns vermitteln, sind irreführend. Wenn man einmal in Kontakt mit diesen Leuten ist, weiß man, dass diese Sicht der Dinge nicht stimmt“, so Delegationsleiter Marc Feltgen. Auch der Empfang in der Residenz der luxemburgischen Botschafterin Elisabeth Cardoso bleibt in ausgezeichneter Erinnerung. Die Unterstützung in den jeweiligen Sportstätten durch die Botschafterin, Sportminister Dan Kersch, Prinzessin Tessy, aber auch durch die vielen Familienangehörigen und Freunde hat die luxemburgischen Sportler zu großen Leistungen angespornt.

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Bei den luxemburgischen Fußballern und ihren Anhängern herrschte eine ausgezeichnete Stimmung

Es ist bekannt, dass bei Special Olympics jeder Teilnehmer seinen Platz auf dem erweiterten Podest findet, dennoch haben die drei ersten Plätze einen besonderen Stellenwert bei den Sportlern. Wie sollte es auch anders sein, jeder Athlet strebt die begehrte Goldmedaille an. Sportminister Kersch hatte ein ausgezeichnetes Timing bei seiner Präsenz in Abu Dhabi, konnte er doch gleich zweimal Gold an luxemburgische Athleten überreichen. Zuerst beim frühmorgendlichen Halbmarathon an Eike Schröder, der seine Zeit gegenüber Los Angeles 2015 um sieben Minuten toppen konnte, sowie an François Nassault im Bocce. Team Luxemburg konnte noch zwei weitere erste Plätze erzielen. Noch einmal Schröder auf der Bahn über 3.000 Meter, in einem Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Ziellinie, sowie das Unified-Doppel Jankowoy/Bremer im Tischtennis.

Delegationsleiter Marc Feltgen war folglich auch mehr als zufrieden mit den sportlichen Leistungen. „ Man darf nicht nur die Medaillenränge in Betracht ziehen, sondern muss auch die einzelnen Resultate sehen. Einige haben sich übertroffen, was normal ist bei solch großen Veranstaltungen. Die Motivation ist bei vielen noch höher als sonst. Andere wiederum konnten nicht immer ihre Bestleistungen abrufen, sie sind dann eher gehemmt durch die ungewohnte Umgebung und setzen sich selbst zu sehr unter Druck. Alles in allem können wir sehr zufrieden sein. Ein großes Lob geht an die Trainer, die hier bei den Spielen, aber auch im Vorfeld sehr professionell gearbeitet haben. Wir waren noch nie so gut vorbereitet.“

 

Wie hier bei den Tischtennisspielerinnen aus Luxemburg und Deutschland stand die Freundschaft im Mittelpunkt

Die allgemeinen Leistungssteigerungen sind offensichtlich. Auch wenn das Unified-Basketballteam wie vor vier Jahren Bronze gewann, so war es in Abu Dhabi, bei 32 teilnehmenden Unified Teams, um zwei Kategorien höher klassiert als in Los Angeles.
Marc Feltgen, der seit 1991 bereits an 14 Weltspielen teilgenommen hat, sah auch nur Positives auf organisatorischer Ebene. „Es gibt immer wieder kleinere Probleme, wie im Transportwesen. Die Sportstätten waren mehr als optimal. Es gab eine tolle Eröffnungsfeier und eine außergewöhnliche Schlussfeier, mit unter anderem einem bemerkenswerten Auftritt von Oscarpreisträgerin Keala Settle. Diese Feiern standen auf einem Niveau mit denen von Dublin (2003) und Schanghai (2007).“

Die vielen neuen Freundschaften mit Sportlern, Trainern und freiwilligen Helfern aus der ganzen Welt wurden mit zahlreichen Fotos und Selfies untermalt. Die Erinnerungen an große emotionale Momente bleiben auch in Zukunft garantiert. Momentan werden die erfolgreichen Sportler, denn das waren sie alle, in ihren Familien, Schulen und an ihren Arbeitsplätzen gefeiert. Es gibt viel zu erzählen von ereignisreichen zwei Wochen.

STIMMEN

Alex Badois Teixeira (Basketball):

„Wie in Los Angeles haben wir wieder den dritten Platz erreicht. Wir wollten Gold gewinnen, aber wir hatten eine Serie von Niederlagen. Das gehört eben zum Sport dazu. Wie immer waren die Weltspiele sehr emotional. Ich vermisse jetzt schon die Leute, die uns in der Host Town begleitet hatten. Neben dem sportlichen Wettbewerb konnte ich mir einen Traum, den Besuch der Ferrari World, erfüllen.“

Eike Schröder (Leichtathletik):

„Es war das Beste, was ich erlebt habe, seit ich bei den Special Olympics dabei bin. Den Zuspruch der Leute bei den Wettbewerben, aber auch den enormen Luxus in den Unterkünften werde ich nicht vergessen. Unsere Gruppe der Leichtathleten hat ausgezeichnete Resultate erzielt. Für mich persönlich bleibt der Schlusssprint im 3.000-Meter-Lauf mit dem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den Läufer aus Costa Rica das absolute Highlight der Spiele.“

Sheila Doffing (Schwimmerin):

„Es waren meine ersten Weltspiele. Ich fand es richtig cool, auch wenn im Schwimmteam resultatsmäßig die Erwartungen nicht ganz erfüllt worden sind. Ich habe es genossen, die zwei Wochen in den Emiraten mit meinen Freunden zu verbringen. Ich habe viele Fotos gemacht und nehme dadurch ganz viele positive Erinnerungen mit nach Hause.“

Pascale Weiwers (Basketballschiedsrichterin):

„Die Spiele waren ausgezeichnet organisiert, ausgenommen vom Transport, aber das ist oft so. Die Unterkunft auf dem Formel-1-Circuit war optimal. Ich konnte das Unified-Finale leiten, den Höhepunkt des Turniers. Ich habe hauptsächlich Unified-Spiele gepfiffen. Das Niveau in diesem Bereich geht ständig aufwärts. Es war richtig schön.“

Frenz Majchzrack (Vater einer Athletin):

„Mir fehlen eigentlich die Worte. Es war phänomenal, die Steigerungen innerhalb der zwei Wochen zu sehen. Ich bin beeindruckt von der ganzen Organisation. Die Trainer machen einen super Job, ich hatte mir das nicht so intensiv vorgestellt. Mich fasziniert die große Familie, die Special Olympics darstellt.“

Pascale Wohl (Basketball-Partner):

„Man hat die anderen Sportler besser kennen und schätzen gelernt. Es hat die Gruppe zusammengeschweißt, nicht nur das Basketballteam, sondere die ganze Delegation. Die Offenheit der lokalen Bevölkerung hat mich beeindruckt. Die Atmosphäre in der Basketballhalle war außergewöhnlich. Eigentlich hatten wir keine Gegner, sondern viele neue Freunde, mit denen wir Basketball gespielt haben. Ich war zudem überrascht vom hohen Niveau. Fazit dieser Weltspiele: Es gibt keine Unterschiede und soll keine Differenzen geben.“

Max Muller (Tennis-Trainer):

„Zwei intensive Wochen in Abu Dhabi, wir haben viel erlebt. Schade, dass wir nicht an das Trainingsniveau herankamen. Positiv war, dass Yves (Logelin, d.Red.) sich im Laufe des Turniers steigern konnte. Ich habe hier viele Erfahrungen mit den Athleten hinzugewonnen. Als Trainer ist es erfüllend, zu sehen, wie die Sportler immer feiern, egal, welchen Platz sie erreichen und welche Medaille sie gewinnen.“

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