Die ganz große Massenkundgebung war es nicht, aber rund 600 Menschen waren dem Aufruf der Plattform FriSol und des OGBL gefolgt und zum ersten Friedensmarsch seit vielen Jahren in die Hauptstadt gekommen um gegen Aufrüstung und für soziale Solidarität zu demonstrieren.

Viele Aktivisten, die auch in den achtziger Jahren bereits an Friedens- und Ostermärschen teilgenommen hatten, zogen vom Glacis-Feld zum Clairefontaine-Platz. Hier moderierte Nora Barthelmy, die auch aktiv an den „Fridays for futur“ mitwirkt und somit eine Brücke zur neuen Schülerbewegung schlug und stellte die einzelnenen Redner vor.

Den Beginn machte Frédéric Krier vom OGBL, der darauf verwies, dass die freien Gewerkschaften immer Teil der Friedensbewegung waren. Er zitierte den Spruch, der über der Bühne des Festsaals des Bonneweger Casino syndical steht „Pain, Paix Liberté“. Ohne Frieden kein Brot und keine Freiheit, so Krier, der darauf verwies, dass die Arbeiter und ihre Familien immer die ersten Leidtragenden von kriegen sind, als Kanonenfutter herhalten müssen und unter den wirtschaftlichen Konsequenzen leiden müssen.

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Das große und rund 300 Milliarden Euro schwere vom EGB entwickelte europäische Investitionsprogramm zum wirtschaftlichen Aufschwung könnte mit den jährlichen zusätzlichen Ausgaben für Rüstung locker bezahlt werden und Straßen- und Brückenbau. Investitionen in Schulen, Krankenhäuser, Klima und andere soziale Infrastrukturen würden den Bürgern sicherlich mehr bringen als teure Rüstung.

In Menschen statt in Waffen investieren

Das Wettrüsten nütze hauptsächlich wenigen Reichen, dabei könnten die jährlichen Ausgaben fürs Militär von rund 1.740 Milliarden Dollar anders angelegt, sicherlich helfen die sozialen Ungerechtigkeiten zu entschärfen. Die Friedensbewegung lehnt die Forderung nach Militärausgaben in Höhe von zwei Prozent des Bruttosozialproduktes kategorisch ab: Das Geld solle in die Menschen und nicht in Waffen investiert werden.

Auch Raymond Becker; Sprecher der Plattform griff die Summe von 1.740 Milliarden auf und stellte sie in Zusammenhang mit den UN-Ausgaben im Kampf gegen Hunger und Elend, die 80mal niedriger seien. Auch die Dutzende Millionen Flüchtlinge stünden in direktem Zusammenhang mit den enorm hohen Ausgaben für Rüstung. Die EU, in der immer weniger Solidarität zu spüren sei, brauche einen radikalen Neuanfang. Die Festungsmentalität lehnten immer mehr Menschen ab.

Er warb weiter für den Atomwaffenverbotsvertrag, der von der Regierung ratifiziert werden solle. Auch die Kommunen würden hier Verantwortung tragen, so Becker.
Zum Abschluss der Kundgebung überbrachte James March vom DGB-Trier eine Grußbotschaft.

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