Während die Schifflingerin Elena Nozdran ihren Titel nicht verteidigen wird, geht Robert Mann (Düdelingen) am Wochenende in Junglinster an den Start.Zwölf Spieler aus sieben Vereinen werden den fünffachen Landesmeister vom Thron stoßen wollen.

Von Ronny Sadler

Tageblatt: Robert, Sie sind erneut der Topfavorit. Wie war Ihre Vorbereitung auf die Landesmeisterschaft? Fühlen Sie sich fit?
Robert Mann: Es gab keine speziell auf dieses Turnier ausgerichtete Vorbereitung. Nach einem kurzen Urlaub sowie einer anschließenden Erkältung absolvierte ich im Januar ein Aufbautraining. Gleich nach der Landesmeisterschaft fliege ich zum Turnier im Iran, sodass man eher von einer allgemeinen Vorbereitung sprechen kann.

Wird am Samstagabend der Landesmeister zum sechsten Mal Robert Mann heißen?
Ich sehe keinen Grund, warum es diesmal nicht wieder klappen sollte. Ich glaube jedoch, dass vor allem Mattias (Sonderskov) und Juno (Thomas) etwas dagegen haben werden. Gegen sie wird es besonders schwer werden.

Welches Fazit ziehen Sie nach den ersten Jahren als Badminton-Profi?
Ich bin mit meiner Entwicklung zufrieden, wenn man bedenkt, dass ich mir vorher während 20 Jahren als Amateur doch einige schlechte Gewohnheiten angeeignet hatte. In den fast drei Jahren habe ich gemerkt, dass Erfolge nur mit absoluter Anstrengung, Konzentration und Seriosität möglich sind. Nur so kann man in der Weltrangliste nach vorne kommen. Highlights waren ganz sicher der Turniersieg in Surinam sowie das Erreichen des Halbfinals in Äthiopien. Gefreut hat es mich auch, als erster Luxemburger an der Europameisterschaft 2017 und 2018 teilnehmen zu können.

Zurzeit gibt es viel Kritik an der Arbeit des Technischen Direktors, Fred Mawet.
Ich kann die Kritik nur bedingt nachvollziehen. Er kam mit dem klaren Ziel, den Badmintonsport hierzulande zu verbessern und professioneller zu gestalten. Vorher plätscherte das Geschehen ruhig vor sich hin, da niemand den Willen und die Kompetenz aufwies, etwas wirklich zu verändern. Nun keimt Kritik auf, da er die Spieler und die Verantwortlichen aus ihrer Komfortzone holen möchte. Luxemburg bleibt in diesem Sinne etwas „speziell“, er wird nicht umhinkommen, sich den Gegebenheiten teilweise anzupassen, ohne von seinen Weg komplett abzuweichen. Ich komme mit Fred sehr gut klar, wir kommunizieren gegenseitig viel, so können Probleme, wenn sie denn mal auftreten, unverzüglich ausgeräumt werden. Kommunikation ist eben keine Einbahnstraße.

Ist es so, dass seit Mawets Antritt eine kleine Pyramidenspitze besteht, die Basis sich langsam aufbaut, aber das „Mittelstück“ komplett weggebrochen ist? Was muss verbessert werden?
Luxemburg ist ein kleines Land. Wir können keine Strukturen aufbauen wie Frankreich, Deutschland oder gar England. Für mich funktionieren die Nationalkader gar nicht so schlecht. Die Vereine müssen professioneller werden und die Trainingsmöglichkeiten anpassen. Fred hat das Problem erkannt und ist dabei, daran zu arbeiten.

Sie sind zurzeit das Aushängeschild der Feluba. Wie lange wird man Robert Mann noch als Profi erleben?
Mein Plan ist, alles für die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu tun. Das wird schwer genug, dessen bin ich mir bewusst. Was danach kommt, weiß ich jetzt noch nicht. Mattias Sonderskov entwickelt sich hervorragend, er spielt regelmäßig internationale Turniere. Allerdings scheint zurzeit niemand in Luxemburg bereit zu sein, Badminton zu seinem Beruf zu machen. Vielleicht Jérôme Pauquet? Doch das ist noch Zukunftsmusik.

EXTRA: DIESE SPIELER WOLLEN MANN AN DEN KRAGEN

Die härtesten Konkurrenten des Titelverteidigers Robert Mann dürften Eric Solagna (Schifflingen), Juno Thomas (Düdelingen) und Mattias Sonderskov (Junglinster) sein. Schwer einzuschätzen ist das Leistungsvermögen von Akis Leo Thomas, der sich inzwischen dem BC Differdingen angeschlossen hat, und Yves Hoffmann (Schifflingen). Einige Kenner der Badmintonszene trauen auch Yann Zaccaria (Kayl) eine interessante Rolle zu. Der 15-jährige Jérôme Pauquet versucht sich erstmals bei der Elite, ein Podiumsplatz kommt höchstwahrscheinlich (noch) nicht in Frage. Auch Léo Hölzmer (Junglinster) fehlt es noch an Erfahrung, bei Kevin Hargiono (Düdelingen) muss man abwarten, ob er nach seiner Lebensmittelvergiftung wieder fit ist. Nico Fiorino und Marc Solagna (beide Kayl) könnten ebenso wie Eric Elcheroth (Feulen) für den einen oder anderen Konkurrenten zu einer harten Nuss werden.

Bei den Damen sind nur drei Einschreibungen zu vermelden. Myriam Havé (Schifflingen) dürfte der Titel im Einzel nicht zu nehmen sein. Tessy Aulner wird studienbedingt nicht teilnehmen können, Zoé Sinico (Differdingen) und Léa Genson (Kehlen) machen den zweiten Platz unter sich aus.

Erstmals wird in diesem Jahr in allen Kategorien der Klasse A der dritte Platz ausgespielt. Das Einzel wird am Samstag ausgetragen, die Doppel finden am Sonntag statt, im Anschluss das Gemischtdoppel.

 

 

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