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Booster gegen IgnoranzWieso die Auslandsberichterstattung wichtig bleibt – vor allem in Corona-Zeiten

Booster gegen Ignoranz / Wieso die Auslandsberichterstattung wichtig bleibt – vor allem in Corona-Zeiten
Nikolaus in Irak: Ein Rückblick auf ein ganzes Jahr gerät leicht zu einer Schreckensparade Foto: AFP/Hussein Faleh

Bei einer Übung wie dieser muss man sich immer ein bisschen in Acht nehmen davor, den ganzen Text nicht zu einer Aufzählung werden zu lassen. Ein Rückblick auf ein ganzes Jahr gerät sonst leicht zu einer Schreckensparade. Viel Gutes bleibt da selten hängen – was schade ist und der Sache auch nicht gerecht wird.

Im Frühjahr 2020 wurden wegen des Pandemiebeginns noch Waffenstillstände ausgerufen. Lange hielten sie damals nicht, aber es hatte diese gewisse Symbolik, als wolle sich die Welt zuerst mal um die wichtigen Sachen kümmern – in dem Fall die Bekämpfung einer Seuche statt eines menschlichen Feindes. Wie gesagt, das hielt nur kurz. Die Welt lässt sich von einem Virus nicht am Bekriegen und Unterdrücken und Verfolgen hindern. Diese Gewissheit ist zurück. Allerdings findet das, solange dieses elendige Virus unser aller Alltag beherrscht, alles kaum mehr Beachtung.

Auch 2021 hat Corona unsere Wahrnehmung infiziert. Belarus, Myanmar, Äthiopien, wen kümmert’s? Von den Palästinensern und den Flüchtlingen im Mittelmeer gar nicht mehr zu reden. Der Klimawandel regt nur solange auf, wie das Wasser im eigenen Land in den Kellern und Straßen steht. Und der Abzug aus Afghanistan hätte wohl auch nur die halbe Aufmerksamkeit bekommen, wäre er statt in einen recht sorgenfreien europäischen Sommer mitten in eine der Corona-Wellen gefallen.

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