Am 18. August 1959 präsentierte die damalige British Motor Corporation erstmals ein Auto in den Verkaufsräumen, das sich in kurzer Zeit zur Legende entwickelte, den Austin Mini. In diesen Tagen erweckt das britische Unternehmen Swindon Powertrain aus der Grafschaft Wiltshire in der Nähe von Bristol den Original-Mini elektrisch zu neuem Leben.

Swindon-Ingenieure und -Techniker entwickelten einen maßgeschneiderten Antriebsstrang und eine Batterie, um den jetzt strombetriebenen Mini-Motor mit 110 PS (80 kW) in die Lage zu versetzen, von null auf 100 km/h in 9,2 Sekunden zu beschleunigen und es bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h zu bringen. Die Reichweite mit einer in vier Stunden voll aufgeladenen Batterie soll 200 Kilometer betragen.

Der Ur-Mini hatte bekanntlich mit einer ganzen Reihe automobiltechnischer Traditionen Schluss gemacht: Außen winzig und innen mit Platz für vier Erwachsene besaß der nur gut drei Meter kurze Kleine einen quer eingebauten und anfangs 848 Kubikzentimeter großen Frontmotor mit 34 PS (25 kW). Das Wägelchen gewann nicht nur die Herzen zahlreicher Autofahrer in aller Welt, sondern als Mini Cooper S auch viele Motorsport-Veranstaltungen, davon dreimal die Rallye Monte Carlo. Niki Lauda startete mit ihm seine Karriere, die Beatles ließen sich in London maßgeschneiderte Sonderausgaben bauen.

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„Es ist das erste Mal, dass ein elektrifizierter klassischer Mini in Produktion geht“, kommentiert man bei Swindon. „Es gab bereits Versuche mit Einzelstücken und Prototypen, aber Swindon ist das erste Unternehmen, das ein solches Auto der Öffentlichkeit vorstellt, produziert und verkauft. Der klassische Mini hat einen ganz besonderen Platz in den Herzen der Menschen, nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit. Das Design von Sir Alec Issigonis aus dem Jahr 1959 war schon damals bahnbrechend und ist es immer noch.“

Obwohl BMW, Produzent des heutigen Mini, auf der New York Auto Show 2018 einen klassischen, elektrisch angetriebenen Mini als Blickfang auf seinem Stand präsentierte,
wird das kommende batterie-elektrische Serienmodell eher modern als retro aussehen. Wer sich nach der ikonischen Mini-Ästhetik sehnt, aber auf saubere, moderne Technologie Wert legt, ist mit der britischen Swind-Version gut bedient, allerdings zu einem mehr als stolzen Preis.

Die limitierte Auflage von 100 Fahrzeugen ist ab sofort erhältlich und kann entweder als Links- oder Rechtslenker bestellt werden. Der Preis beginnt bei umgerechnet 90.000.- Euro und beinhaltet eine unbegrenzte Kilometer-Garantie von einem Jahr. Je nachdem wie der Brexit ausgeht, dürfte der Swind-Mini auf dem Kontinent noch um einiges teurer werden. Dafür besteht jeder Swind E Classic Mini aus einem klassischen Mini-Oldtimer, dessen Karosserie komplett restauriert wird, bevor das Unternehmen einen eigenen elektrischen Antriebsstrang mit Motor und einem 24-kWh-Lithiumionen-Akku sowie einiges an moderner Technik installiert. Die Leistung ist zwar im Vergleich zu neuen Elektrofahrzeugen eher bescheiden, sollte aber für den auffälligen Stadtflitzer ausreichen.

Im Inneren gibt es USB-Ladestationen für mobile Geräte, ein Infotainment- und Navigationssystem, Servolenkung, Klimaanlage, Sitzheizung sowie beheizte Front- und
Heckscheibe. Andere Daten erinnern an den Alten: Das Auto hat einen Wendekreis von 8,6 Metern und wegen des fehlenden Benzintanks ist sogar mehr Platz im Kofferraum.
Zeitgemäßer Korrosionsschutz in Verbindung mit einem völlig neuen Bremssystem, modernisiertem Fahrwerk und verbesserter Federung sollen dafür sorgen, dass mit dem
Elektro-Mini von Swind wesentlich einfacher auszukommen ist als mit anderen Klassiker. Nur Oldtimer-Puristen dürften angewidert die Nase rümpfen. (ampnet/hrr)

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