Im Winter verpflichtete der Progrès Niederkorn Belmin Muratovic als Nachfolger von Olivier Thill. Bisher ist der 20-Jährige aber lediglich Joker. Das könnte sich heute gegen Déifferdeng 03 ändern, denn der kleine Spielmacher weiß, wie man Derbys gewinnt.

Wenn es um die Ehre geht, weiß Belmin Muratovic, was er zu tun hat. Als kleiner Knirps trat er mit der Jeunesse gegen die Fola an. „Wir haben fast alle Spiele gewonnen. Damals hatten wir eine gute Generation“, sagt der heute 20-Jährige. Bereits mit zehn Jahren wechselt er zum FC Metz. Bei den „Grenats“ zählte er zu den größten Talenten. Immer wieder wollten europäische Topklubs den Luxemburger mit montenegrinischen Vorfahren verpflichten. Manchester United, Inter Mailand oder die AS Rom zählten zu den Interessenten. Muratovic blieb jedoch in Lothringen und erlebte dort die Duelle gegen den Erzrivalen AS Nancy. „Meistens gingen wir als Sieger vom Platz. An mein letztes Derby habe ich jedoch schlechte Erinnerungen, weil wir verloren haben. Aber insgesamt kann man sagen, dass ich ein Mann für solche Duelle bin“, sagt Muratovic.

Heute steht sein erstes Derby mit dem Progrès gegen Lokalrivale Déifferdeng 03 an. Obwohl Niederkorn derzeit auf dem zweiten Platz steht und D03 in der Krise steckt, sieht der Linksfuß sein neues Team nicht im Vorteil. „Bei einem Derby gibt es keine Favoritenrolle“, sagt Muratovic.

Das Duell hat zudem einen besonderen Stellenwert in der Familie Muratovic. Cousin Edvin ist Stürmer bei den Differdingern. Beide begannen ihre Karriere bei der Jeunesse und wurden danach beim FC Metz zusammen ausgebildet. Bis Frühjahr 2015 liefen beide in der gleichen Mannschaft auf.

Ein Familienduell gab es bisher noch nicht. Auch vor der für beide Teams wichtigen Partie wurde nicht über dieses Wiedersehen geredet. „Wir haben ein super Verhältnis untereinander und treffen uns oft. Über das Derby haben wir jedoch nicht gesprochen. Dazu haben wir noch nach den 90 Minuten genügend Zeit“, sagt der Niederkorner.

Ob die neue Nummer zehn des Progrès heute von Beginn an auflaufen wird, steht jedoch noch nicht fest. Derzeit muss sich der als Ersatz für Spielmacher Olivier Thill geholte Muratovic mit der Rolle des Jokers begnügen. Bisher kam er erst zu drei Kurzeinsätzen in der BGL Ligue, bei denen er jedoch einen guten Eindruck hinterließ. Unzufrieden ist der Winterneuzugang des Progrès mit dieser Rolle nicht. „Mir geht es gut. Ich zeige Präsenz, gebe mein Bestes und habe dem Trainer bewiesen, dass ich helfen kann, wenn ich eingewechselt werde“, sagt der Mittelfeldspieler, der sich bewusst ist, dass er noch einige Zeit brauchen wird, um sein vorheriges Niveau wiederzufinden.

Vor dem Wechsel zu Niederkorn war Muratovic nämlich sechs Monate ohne Vertrag und Spielpraxis gewesen. Im vergangenen Sommer wurde sein Kontrakt mit Metz nicht mehr verlängert. Um den Rückstand auf seine Teamkollegen aufzuholen, verzichtete der Spielmacher auch auf das U21-Länderspiel mit Luxemburg gegen Irland. „Ich wollte die zehntägige Länderspielpause nutzen, um noch mehr an mir zu arbeiten und dem Trainer meine Qualitäten zu zeigen. Die Automatismen mit meinen Mitspielern werden kommen – es ist nur eine Frage der Zeit“, sagt Muratovic.

Vielleicht ist seine Zeit bereits heute gekommen.

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