Mit seiner Politik gegenüber Mexiko und den drei mittelamerikanischen Staaten El Salvador, Honduras und Guatemala scheint US-Präsident Trump wild entschlossen, sich in den eigenen Fuß zu schießen.

Einer der Hauptfaktoren, die die Menschen aus Mittelamerika in Richtung USA treiben, ist das soziale Elend, die totale Hoffnungslosigkeit, die Unzählige dazu bringt, sogar ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um ins Yankee-Paradies zu gelangen. Denn tot sein ist immer noch besser als ein solches Leben.

Hinzu kommt die allgegenwärtige Kriminalität, die den Menschen das Leben zur Hölle macht: Gangs, die für ihre perverse Grausamkeit bekannt sind, pressen die Bürger aus. Und wer nicht spurt oder gar verdächtigt wird, mit der Polizei zu kooperieren, riskiert, ohne viel Federlesens abgeschlachtet oder zu Tode gefoltert zu werden. Pour encourager les autres.

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Wenn Trump also unter diesen Bedingungen die Hilfszahlungen an das „Nördliche Dreieck“, wie diese drei Staaten auch genannt werden, einstellt, dann erreicht er damit nur eine Verschärfung des Elends. Was wiederum eine Verstärkung des Migrationsdrucks zur Folge haben wird.

Da Trumps Sanktionen auch die Sicherheitsorgane dieser Länder betreffen, werden diese noch tiefer im Sumpf von Korruption und Kriminalität versinken, was ebenfalls das Gefühl der Aussichtslosigkeit unter der Bevölkerung verstärken wird.

Trumps Politik ist langfristig gesehen kontraproduktiv, doch sein markiges Auftreten und sein Machogetöne werden seine Popularität im Kreise der MAGA-Horden nur noch weiter verstärken.

Und darauf kommt es ihm an. Er wahlkämpft mit allen Mitteln für ein zweites Mandat, und wenn seine Politik Millionen von Menschen in irgendwelchen Shithole Countries im Süden noch miserabler macht, geht ihm das völlig an seinem fetten Allerwertesten vorbei.
So etwas wie Moral ist diesem Menschen völlig fremd, wenn er etwas tut, hat er stets nur seine persönliche „Bottomline“ im Blick. Nicht mal den Interessen jener Nation, deren Präsident er ist, kommt dabei eine besondere Priorität zu.

Völlig grotesk ist es, wenn er nun Mexiko für die Flüchtlingswelle aus dem Süden verantwortlich zu machen sucht. Denn am Elend in Mittelamerika und der daraus resultierenden Völkerwanderung sind die Mexikaner am wenigsten schuld.
Was man von den USA nicht gerade sagen kann: Bereits im 19. Jahrhundert bezeichnete man dort Lateinamerika als einen „Schinken, den sich Uncle Sam einverleiben wird“.
Systematisch hat man dort Despoten und Gangster gefördert, welche die Bevölkerung nach Belieben ausbeuten durften, solange sie die Interessen der Vereinigten Staaten und ihrer ausbeuterischen Konzerne respektierten.

Das heutige Elend in Mittelamerika wurde zu großen Teilen nördlich des Rio Grande verursacht. Wenn Trumps Amerika nun nichts Besseres einfällt als eine Politik, die es noch weiter verschärfen wird, kann man diese nur als kriminell bezeichnen.

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