Damit hätten Forscher «die gesamte Kette der Herstellung von Kerosin aus erneuerbarer Energie erfolgreich nachgewiesen», erklärte am Montag die EU-Kommission, die das Projekt finanziell unterstützte. Maßgeblich beteiligt war das Bauhaus Luftfahrt in München, ein unter anderem von Airbus getragenes Forschungszentrum.
Bei dem Verfahren wird aus Wasser und Kohlendioxid (CO2) unter Einwirkung von Sonnenlicht sogenanntes Synthesegas hergestellt. Der Clou dabei sei zweierlei, erläuterte Andreas Sizmann vom Bauhaus Luftfahrt: Zum einen würden als Rohstoff nicht fossile Kohlenwasserstoffe wie Öl verwendet, sondern CO2. CO2 ist ein klimaschädliches Treibhausgas. Zwar verbrenne auch das so erzeugte Kerosin letztlich unter Freiwerden von CO2 – weil dieses aber langfristig direkt aus der Luft gewonnen werden könnte, sei der Prozess insgesamt potenziell CO2-neutral, betonte Sizmann. Der zweite Clou: Die Energie für den Prozess liefert die Sonne ohne den Weg über die Photosynthese in Pflanzen. Daher sei der Prozess effizienter, auf Brachland und ohne Konkurrenz zur Nahrungsproduktion realisierbar. Im Experiment wurde die Sonne dabei noch durch künstliches Sonnenlicht ersetzt.
Verbesserung der Energieversorgungssicherheit
Eine erste kommerzielle Herstellung des Synthesegases, aus dem dann in einem bereits praktizierten Verfahren Kerosin wird, kann sich Sizmann etwa in zehn Jahren vorstellen.
Nach den Worten von EU- Forschungskommissarin Máire
Geoghegan-Quinn könnte die Technologie eines Tages nicht nur für Flugzeuge, sondern auch Autos und andere Verkehrsmittel eingesetzt werden. «Dies könnte die Energieversorgungssicherheit stark verbessern und aus einem der für die globale Erwärmung wichtigsten Treibhausgase eine wertvolle Ressource machen», erklärte sie.
Zu Demaart
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