Luxemburg hat sich längst als Standort für die Mikrofinanz etabliert. Im letzten Jahr betrug das Mikrofinanz-Vermögen in Luxemburg 4,2 Milliarden US-Dollar. Mehr als die Hälfte des Vermögens weltweit in diesem Bereich wird in Luxemburg verwaltet. Kein Wunder also, dass die Luxemburger Lobbyorganisation der Fondsindustrie, Alfi, regelmäßig Konferenzen zu diesem Thema veranstaltet.
Am Dienstag trafen sich interessierte Fachleute im «Tramsschapp» auf Limpertsberg, um Vorträge und Rundtischgespräche zu diesem Thema anzuhören. Dabei räumte Daniel Rozas, Senior Microfinance Expert bei European Microfinance Plattform, mit einem Mythos auf. Die Mikrofinanz sei kein Allheilmittel, um die Armut auszumerzen, erklärte er. Es könne nicht einmal garantiert werden, dass Menschen, die einen Mikrokredit bekommen, diesen tatsächlich dazu benutzen, um sich eine wirtschaftliche Existenz damit aufzubauen.
Die Kleinstkredite werden zumeist an (angehende) Unternehmer vergeben, damit diese ein Geschäft aufbauen können. In Mexiko sei es sogar so, dass 25 Prozent der Menschen, die sich um einen Kredit bewerben, bereits vier oder mehr Kredite haben. Aber die Mikrofinanz könne das Leben von Menschen verbessern. So seien zum Beispiel Menschen, die von Armut betroffen sind, eher bereit, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie mithilfe von besonderen Mikrofinanz-Sparformeln ein wenig Geld beiseite gelegt haben.
Yves Greis/Tageblatt.lu
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