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Nouvel Observateur vor Verkauf

Nouvel Observateur vor Verkauf

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Das Aushängeschild der „linken“ französischen Magazine, „le Nouvel Observateur“ soll vor dem Verkauf stehen.

Claude Perdriel ist 87 Jahre alt. Er ist der Begründer des Magazins „Le Nouvel Observateur“ und Vorstandsvorsitzender der Verlagsgruppe, die sich daraus gebildet hat. Zu der Verlagsgruppe gehört das Wirtschaftsmagazin „Challenges“, das Wissenschaftsmagazin „Sciences et Avenir“, die website „Pourquoidocteur“ und die Werberegie „MediaObs“. Perdriel hat mit seiner Holding diese Titel aus der Gruppe „Nouvel Observateur“ herausgekauft. Medienmeldungen zufolge soll Perdriel durch den Austausch dem „Nouvel Observateur“ zwölf Millionen Euro frisches Geld zugeführt haben. Das Magazin soll einen Schuldenberg von 14 Millionen Euro angehäuft haben.

Perdriel träumt von einer Annäherung des Magazins an die linkslibeale Tageszeitung Le Monde und einer Kooperation mit dem Unternehmer Xavier Niel, dem die Telekommunkationskette Free gehört und der einer der drei Besitzer von Le Monde ist. Vor drei Jahren hatte Perdriel ein Konsortium mit der Telekommunikationsunternehmen Orange gebildet und sich anlässlich der Neukapitalisierung von Le Monde um die Zeitung beworben. Perdriel ist heute immer noch davon überzeugt, dass Le Nouvel Observateur gut zu Le Monde passen würde.

Auflagenverlust

Die französischen politische Magazin-Presse mit L´Express, Le Point und Le Nouvel Observateur leidet unter sinkenden Einnahmen und Auflagenverlust. Le Nouvel Observateur verkauft an den Kiosken weniger als 50.000 Exemplare bei einer auf 500.000 Exemplare gefallenen wöchentlichen Auflage.

Perdriel hat nach dem Tod des Mitbegründers von „Le Nouvel Observateur“, Serge Lafaurie, begonnen, sein Haus für die Zukunft zu bestellen. Informationen der französischen Tageszeitungen „Le Figaro“ und „Les Echos“ zufolge denkt Perdriel zunächst an eine Beteiligung von 20 bis 30 Prozent an dem Magazin, die nach und nach aufgestockt werden könnte.

Mit der Sanierung des Magazins hat der Begründer bereits begonnen. Im Herbst 2013 hatte er die Trennung von zehn Mitarbeitern angekündigt, die sich nahe des Rentenalters befinden. Im kommenden Jahr sollen weitere zehn Mitarbeiter das Magazin verlassen. Insgesamt sollen acht Prozent des Persionals abgebaut werden.

„Le Nouvel Observateur“ hatte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 96,9 Millionen Euro einen Verlust von 4,8 Millionen Euro erwirtschaftet. In diesem Jahr soll der Verlust bei sieben bis acht Millionen Euro liegen. Er soll weitgehend auf das Internet zurückzuführen sein. Die Gruppe hat in diesem Jahr das Internet-Nachrichtenportal „rue 89“ gekauft.

(Helmut Wyrwich / Tageblatt.lu)