China baut seine Präsenz auf dem Luxemburger Finanzplatz weiter aus. Der Online-Bezahldienst Alipay richtet seine Europa-Niederlassung in Luxemburg ein. Mit Agricultural Bank of China will sich eine weitere chinesische Bank in Luxemburg ansiedeln.
Die Ankündigung machte Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna am Mittwoch anlässlich eines Seminars in Shanghai. Alipay, eine der wichtigsten Plattformen für Online-Bezahldienste, werde seine europäische Niederlassung in Luxemburg einrichten. Wirtschaftsminister Etienne Schneider hatte bereits im Dezember 2013 Gespräche mit der Unternehmensführung in Hangzhou geführt. Alipay wickelt die Bezahloperationen des Online-Auktionshauses Alibaba ab. Das Unternehmen zählt zu den größten IT-Firmen Chinas.
Weitere chinesische Bank
Laut Gramegna beabsichtigt auch die Agricultural Bank of China sich in Luxemburg niederzulassen. Die Frage werde derzeit geprüft. Fünf der sechs größten chinesischen Banken hätten Luxemburg als Standort ausgewählt, um ihre Europa-Tätigkeit zu entwickeln. Das betone die Attraktivität Luxemburgs als Eingangstor zum Einheitsmarkt der EU, so Gramegna, der sich zu einer mehrtägigen Wirtschaftsreise in China aufhält.
Zu Wochenbeginn war bekannt geworden, dass China Merchants Bank sich in Luxemburg niederlassen wird. Bereits vor Ort sind die Bank of China, die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) und die China Construction Bank in Luxemburg.
Die Zentralbanken Luxemburgs und Chinas hatten am Sonntag eine Absichtserklärung unterzeichnet, künftig eine Clearing-Bank für Renminbi-Zahlungen in Luxemburg anzusiedeln. In Luxemburg befindet sich laut Regierungsangaben der größte Pool an Renminbi-Einlagen in Europa. Zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres sind es 79,4 Milliarden Renminbi (rund 9,3 Milliarden Euro) gewesen – 24 Prozent mehr als am Ende des Schlussquartals 2013. Mit 635 Milliarden Renminbi ist Luxemburg 2013 zudem der größte Wertpapier-Umschlagplatz in Europa gewesen.
Zu Demaart
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