Los geht es heute Abend um 21 Uhr Ortszeit, in Luxemburg ist es dann 22 Uhr. 62.000 Besucher werden im Olympiastadion zusehen, vor den Fernsehern wird weltweit mit rund eine Milliarde Zuschauern gerechnet. Der Zeremoniemeister und britische Regisseur Danny Boyle («Slumdog Millionär») hat angekündigt, das Stadion in eine typisch englische Wiesen-Landschaft mit echten Tieren zu verwandeln. Das Ganze soll 27 Millionen Pfund (34,2 Millionen Euro) kosten.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) startete die systematische Vermarktung seiner Spiele 1985. Seitdem verkauft es die Rechte an jeweils einer Auflage von Sommer- und Winterspielen in einem Vierjahres-Programm. Das 1985 eingeführte sogenannte TOP-Programm gibt Weltunternehmen die Möglichkeit, global mit den Olympischen Ringen werben zu können. Geworben werden darf auch im Umfeld olympischer Wettkampfstätten, nicht aber in ihnen selbst. Die Hälfte der Gesamteinnahmen tritt das IOC an die veranstaltenden Organisationskomitees ab.
Steuergelder für Infrastruktur
Die Kommerzialisierung hat dazu geführt, dass der reine Organisationsetat Olympischer Spiele durch diese Einnahmen weitgehend gedeckt ist und der Gastgeber Steuergelder nur noch für die Infrastruktur einsetzen muss.
Zudem ist das IOC, das in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vor dem Bankrott stand, finanziell unabhängig geworden. Mit seinen Rücklagen könnte es den Ausfall von einer Ausgabe Olympischer Spiele überstehen. Nutznießer seines erreichten Wohlstands sind die ihm angeschlossenen 33 internationalen Verbände und die 205 Nationalen Olympischen Komitees, sie werden über einen ausgeklügelten Verteilerschlüssel bedacht. Als olympische Währung gilt der US-Dollar.
Gesamtumsätze steigen
Die Gesamtumsätze der Vierjahres-Perioden stiegen von 2,630 Milliarden Dollar (1993/1996), 3,770 Milliarden (1997/2000), 4,189 Milliarden (2001/2004) und 5,450 Milliarden (2005/2008) auf voraussichtlich weit über sieben Milliarden Dollar (2009/2012) an. Parallel dazu wuchsen die Fernseh-Einnahmen über 1,25 Milliarden Dollar (1993/96) auf 3,91 Milliarden Dollar in der gegenwärtigen Periode.
Die Einnahmen aus dem Fernsehgeschäft für Olympische Spiele bilden das finanzielle Fundament des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Es begann 1960, als das IOC bei den Sommerspielen in Rom mit 1,2 Millionen Dollar und bei den Winterspielen in Squaw Valley mit 50.000 Dollar erstmals TV-Einnahmen erzielte. Eine Zäsur bildeten die privat organisierten Sommerspiele in Los Angeles 1980 mit einem erstmals dreistelligen Erlös von 287 Millionen Dollar. In einem Steigerungslauf über drei Jahrzehnte ist der Preis bei über zwei Milliarden Dollar für die Sommerspiele 2012 in London angekommen. Den Rekord bei den Winterspielen hat Vancouver 2010 mit 1,28 Milliarden Dollar gesetzt. Der TV-Markt der USA mit seinen kommerziellen Sendern trägt zu mehr als der Hälfte zum Gesamtergebnis der IOC-Fernseheinkünfte bei.
Olympische Spiele seit 1984
1980 Moskau (Russland)
1984 Los Angeles (USA)
1988 Seoul (Südkorea)
1992 Barcelona (Spanien)
1996 Atlanta (USA)
2000 Sydney (Australien)
2004 Athen (Griechenland)
2008 Peking (China)
2012 London (Großbritannien)
2016 Rio de Janeiro (Brasilien)
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