Eine Entspannung im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan deutete sich aber nicht an. Ein Sprecher der von Armenien unterstützten Behörden in der Bergregion warf den aserbaidschanischen Truppen am Montag vor, neben zwei Soldaten auch drei Zivilisten getötet zu haben, darunter eine 92-jährige Frau.
Das Verteidigungsministerium in Eriwan teilte mit, fünf freiwillige armenische Kämpfer seien beim Beschuss ihres Busses getötet worden. Nach Angaben der Behörden in Baku fielen den Kämpfen auch drei aserbaidschanische Soldaten zum Opfer.
Bereits 46 Tote
Der Konflikt um Berg-Karabach schwelt seit Jahrzehnten. Anfang der 90er Jahre wurden bei schweren Kämpfen 30.000 Menschen getötet und hunderttausende in die Flucht getrieben. Am Freitag setzten die schwersten Feindseligkeiten seit dem stets brüchigen Waffenstillstand von 1994 ein. Seither stieg die Zahl der Toten auf 46.
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und die sogenannte Minsk-Gruppe sollen bei der Koordinierung der internationalen Bemühungen zur Entschärfung des Konflikts zusammenwirken. Die Anfang der 90er Jahre ins Leben gerufene Minsk-Gruppe wird von Russland, Frankreich und den USA gemeinsam geleitet. Auch Deutschland ist als ständiges Mitglied vertreten.
Treffen in Wien
Am Dienstag soll es in Wien ein Treffen von Vermittlern aus Russland, den USA und Frankreich geben, um über den Konflikt zu beraten. Die mehrheitlich armenische Region Berg-Karabach hatte sich Anfang der 90er Jahre in einem blutigen Bürgerkrieg mit Unterstützung Armeniens von Aserbaidschan abgespalten. Ihre Unabhängigkeit wird international nicht anerkannt und Baku hält an seinem Anspruch auf die Region fest. Trotz des seit 1994 geltenden Waffenstillstands wurde der Karabach-Konflikt offiziell nie beigelegt. 2008 vereinbarten Armenien und Aserbaidschan, eine politische Lösung des Konflikts anzustreben, aber auch in den folgenden Jahren gab es Gefechte mit dutzenden Toten.
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