Dienstag27. Januar 2026

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Wer schwitzt, hat bereits verloren

Wer schwitzt, hat bereits verloren
(ian Langsdon)

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Wer sich verdächtig verhält, eine höhere Körpertemperatur ausweist kann in Zukunft Besuch von der Polizei bekommen. Die französische Bahngesellschaft SNCF testet derzeit eine Verhaltens-Software – als Anti-Terrormaßnahme.

Angstsymptome bei einer Person können auf einen potenziellen Terrorverdächtigen hindeuten. Davon gehen die Entwickler einer Verhaltenssoftware aus, die derzeit in großen französischen Bahnhöfen getestet wird. Anzeichen eines verdächtigen Verhaltens können eine veränderte Körpertemperatur, eine höhere Stimmlage und ruckartige Bewegungen sein.

Wer sich so verhält, muss nicht ein Terrorist sein. Das kann jede Person mit schlechten Absichten sein, zitiert die belgische «Le Soir» den SCNF-Generalsekretär Stéphane Volant. Ob es sich nun um einen potenziellen Aggressor oder eine Person handelt, die andere belästigt.

Getestet wird das Programm bei Passagieren der Thalys-Züge. Es ist Bestandteil des Maßnahme-Pakets, das nach den Terroranschlägen vom 13. November und nach dem gescheiterten Anschlag in einem Thalys-Zug am 21. August beschlossen wurde. Ein damals 25-Jähriger hatte zwischen Brüssel und Paris mit einem Sturmgewehr das Feuer eröffnet, konnte aber von Fahrgästen überwältigt werden.

40.000 Überwachungskameras

Der Test erfolgt unter Aufsicht der „Commission nationale de l’informatique et des libertés“ (CNIL). Dabei soll geprüft werden, ob tatsächlich verdächtige Personen erkannt werden können und ob die Passagiere mit dieser zusätzlichen Sicherheitsmaßnahme einverstanden sind. Sollte der Test erfolgreich verlaufen, soll die Software mit den rund 40.000 Überwachungskameras der SNCF gekoppelt werden.

In der Zwischenzeit werden flughafenähnliche Sicherheitsschleusen eingerichtet. Auf den zwei Bahnsteigen im Pariser Nordbahnhof, an denen die Thalys-Hochgeschwindigkeitszüge halten, wurden bereits Röntgengeräte für das Gepäck und Metalldetektoren aufgebaut. Auch Spürhunde würden künftig eingesetzt, teilte Thalys vor einer Woche mit.
Nach Angaben einer Sprecherin der französischen Bahn SNCF kosten die Sicherheitsschleusen je Bahnsteig 2,5 Millionen Euro im Jahr, Personalkosten inklusive. Derzeit kommt dafür der Staatskonzern auf.

Die für den Transportbereich zuständige Ministerin Ségolène Royal sagte, die Kontrolle an den Thalys-Zügen in Paris und dem nordfranzösischen Lille sei eine erste Etappe. Wenn sich das System bewähre, könnte es in Frankreich auf alle Fernzüge ausgeweitet werden.

Für die Eurostar-Züge, die von Frankreich und Belgien aus durch den Ärmelkanaltunnel nach London fahren, gibt es bereits seit Jahren Kontrollen wie am Flughafen.