Jean-Claude Knebeler soll als damaliger Mitarbeiter im Wirtschaftsministerium während der Übernahmeschlacht zwischen Arcelor und Mittal Steel dem Konzernchef Lakshmi Mittal vertrauliche Informationen zugespielt haben. Für die gute Zusammenarbeit sei Jeannot Krecké in den Verwaltungsrat berufen worden. So die anonymen Vorwürfe auf der Webseite nuqudy.com bereits Mitte August. Sowohl die zwei Betroffenen als auch Premierminister Jean-Claude Juncker haben die Behauptungen als Lügen, Desinformations- und Verleumdungskampagne bezeichnet und rechliche Schritte angekündigt.
Am Mittwoch reagierte auch der Stahlkonzern. Es habe niemals irgendeinen Kontakt, weder von Mittal Steel noch von ArcelorMittal mit Jean-Claude Knebeler gegeben, nicht während der Fusion und nicht nach der Fusion, so Nicola Davidson, Vizepräsidentin der Konzernkommunikation des Unternehmens. Dass Krecké einen Verwaltungsratssitz bekam, habe historische Gründe. „Aus historischen Gründen, da die Luxemburger Regierung ein bedeutender Aktionär und Stakeholder war, hatte sie einen Sitz im Verwaltungsrat von Arcelor vor der Gründung von ArcelorMittal.“ Die Regierung habe diesen Sitz behalten. Zunächst war sie durch Georges Schmit dann durch Jeannot Krecké vertreten.
Keinerlei Kommunikation
Bereits am Dienstag hatten Krecké und Knebeler jegliche Kontakte Knebelers zu Lakshmi Mittal abgestritten. Knebeler sei nicht in den Verhandlungen mit Mittal impliziert gewesen. Es habe keine mündliche, telefonische oder elektronische Kommunikation mit Mittal gegeben.
ArcelorMittal war im Juni 2006 durch die Fusion von Arcelor und Mittal Steel entstanden. Dem war ein sechs Monate währender Übernahmekampf vorausgegangen. Mittal Steel hatte sein Übernahmeangebot im Januar gestartet. Die Arcelor-Führung und die Regierung hatten bis zuletzt eine Fusion mit Mittal Steel bekämpft. Schließlich entschieden sich die Arcelor-Aktionäre angesichts der günstigeren Bedingungen für den Zusammenschluss mit Mittal Steel.
Zu Demaart
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