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«Überrascht und enttäuscht»

«Überrascht und enttäuscht»

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LUXEMBURG - Laut Historiker Benoît Majerus wird durch die Absage der Ausstellung "La Petite Guerre" eine Chance verpasst, den 1. Weltkrieg einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Am 14. März hat die Regierung aus Kostengründen beschlossen, eine geplante Ausstellung «La Petite Guerre – le Luxembourg entre 1914 – 1919» abzusagen. Stattdessen sollen Konferenzen und Fachliteratur der Öffentlichkeit den ersten Weltkrieg näher bringen. Eine Entscheidung, die auf Kritik stößt. Forscher von der Universität Luxemburg sind enttäuscht, dass ihre Arbeit nicht mehr honoriert wird. In einem Blog äußerte sich der Universitätsprofessor Benoît Majerus kritisch. Tageblatt.lu sprach mit dem Historiker, einer der Mitarbeiter am Projekt.

Was ist Ihre Meinung über die Absage der Ausstellung?

Benoît Majerus: «Überrascht – weil die Zusammenarbeit mit dem Kulturministerium und dem Nationalarchiv bis jetzt hervorragend war – und enttäuscht – weil wir schon ein Jahr an dem Projekt arbeiten.»

Sind die vorgeschlagenen Alternativen (Konferenzen, wissenschaftliche Publikationen) ein gleichwertiger Ersatz?

«Ich glaube, dass man mit Konferenzen und wissenschaftlichen Publikationen ein anderes Publikum erreicht als mit Ausstellungen.»

Ist der Erste Weltkrieg in Luxemburg nicht zu unbekannt?»

Da wird Ihnen jeder Historiker mit ‚Ja‘ antworten. Fakt ist, dass der Erste Weltrkieg im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg weniger erforscht ist und bis jetzt auch weniger in der Öffentlichkeit thematisiert wurde wie der Zweite Weltkrieg.»

Wie schätzen Sie im allgemeinen das ‚Geschichtsbewusstsein‘ der Luxemburger, besonders der jüngeren Generation ein?

«Ich glaube, dass es in den letzten zwanzig Jahren in Luxemburg immer mehr Orte gibt in denen über Erinnerung und Geschichte gesprochen wurde: Musée d’histoire de la ville de Luxembourg, Casino, Uni Luxemburg, Archives Nationales, zahlreiche Lokalmuseen…»

Fördert die neue Regierung Ihrer Meinung nach ausreichend die „Geschichtspflege“?

«Diskutieren und Forschung über Geschichte ist eigentlich nicht der ‚core business‘ einer Regierung. Diese soll Rahmen schaffen, in denen das möglich ist.»

(Das Interview erfolgte per E-Mail)