Die in der Haft erkrankte frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko macht nach Ansicht ihres deutschen Arztes langsam Fortschritte bei ihrer Genesung. Allerdings bestehe das Risiko, dass die Oppositionsführerin dauerhafte Schäden davontrage, sagte Lutz Harms von der Berliner Charité am Dienstag in der ostukrainischen Stadt Charkow. Dort sitzt die 51-Jährige wegen Amtsmissbrauchs eine umstrittene siebenjährige Haftstrafe ab.
" class="infobox_img" />Die frühere Premierministerin der Ukraine, Julia Timoschenko, in ihrem Krankenbett. (Archivfoto: Mai 2012)
Bislang sei völlig offen, ob Timoschenko an einem für den 15. Oktober angesetzten Verfahren wegen Steuerhinterziehung teilnehmen könne, sagte Harms Medien zufolge. Timoschenko könne zwar einige Schritte alleine gehen. Für eine größere Distanz benötige sie aber Hilfe, sagte Harms. Er war am Vortag als erster deutscher Arzt seit einem Monat bei Timoschenko in der Ex-Sowjetrepublik eingetroffen.
Bandscheibenleiden
Timoschenko müsse wegen ihres Bandscheibenleidens noch mindestens einen Monat in der Klinik bleiben, sagte die ukrainische Vizegesundheitsministerin Raissa Moissejenko. Das hätten die behandelnden deutschen Ärzte gemeinsam mit ihren ukrainischen Kollegen entschieden.
Auch Moissejenko äußerte Zweifel, dass Timoschenko bald verhandlungsfähig sei. «Für jede Behandlung ist der Wunsch auf Besserung von zwei Seiten wichtig: nicht nur der Wunsch der Ärzte, sondern auch der Patientin», sagte die Vizeministerin. Regierungsnahe Kreise werfen Timoschenko vor, sie simuliere. In dem international kritisierten neuen Prozess drohen ihr zwölf weitere Jahre Haft.
Moissejenko kritisierte, dass Timoschenkos Behandlung in der Klinik bereits fünf Monate dauere. Normal seien drei Wochen. Sie räumte allerdings besondere Umstände ein.
Zu Demaart
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