Wie die französische Tageszeitung „Le Republicain Lorrain“ am Freitag meldete, soll der mutmaßliche Gauner, gegen den die französische Justiz und Polizei ermittelt, Unterschlupf in Luxemburg gefunden haben, nachdem er der französischen Polizei mit einem dreisten Trick aus den Händen glitt.
Jacques Michel Sordes alias Jack Michaël Sword alias Jacques Sordes wurde am vergangenen 31. Dezember im Disneyland Paris von der Polizei geschnappt und festgenommen. Er soll sich vor Gericht wegen einer Gaunerei verantworten, bei dem es um Scheingeschäfte betreffend Solaranlagen geht. Der Mann soll etwa 4.000 Menschen um zum Teil riesengroße Summen an Geld gebracht haben, die Gesamtsumme wird auf rund 60 Millionen Euro geschätzt.
Der Betreiber verschiedener Gesellschaften, darunter Sword Group, Lynxis SA, Lynx Aerogroup oder auch noch Sword financial group, war auch in Luxemburg tätig. Während langer Zeit hatte er eine Lynx-Niederlassung in einem Gebäude in der Nähe des Merscher Bahnhofs. Dort, so konnten wir ermitteln, fuhren fast täglich Nobelkarossen mit allen möglichen ausländischen Kennzeichen vor.
Scheingeschäfte
Laut unseren Nachforschungen könnten dort ebenfalls Scheingeschäfte getätigt worden sein, die fast immer wieder auf das Gleiche hinausgingen. Er bot finanziell gutbetuchten Leuten Investitionen in große, in der Planung stehende Solaranlagen auf der Insel Martinique an, um nur dieses Beispiel zu nennen. Das Geld, das hierfür die Besitzer wechselte, ging natürlich am Fiskus vorbei.
Diese Anlagen sollte es aber nie geben, es wurde auch kein Strom an EDF geliefert, wie das den Investoren versprochen wurde. Zusammengefasst: die Geldgeber gingen komplett leer aus. Ihr Geld war zweckentfremdet worden. Es wurde vor allem zum Kauf von Villen und Appartements für Herrn Sword, oder Sordes oder wie auch immer benutzt.
Hierzulande betrieb Sordes aber auch noch eine Gesellschaft namens „Secret Universe Network“ (SUN). Diese hatte sich auf das Organisieren von Seminaren und auf Beratung zum Thema Gewichtsabnahme spezialisiert. Auf seinen Internetseiten ging es aber nicht um die Gewichtsabnahme, sondern hier lockte er mit u.a. folgendem Text gutgläubige Leute an: „Je suis né dans une famille pauvre. A 20 ans, j’étais millionnaire, trois mois plus tard, j’étais multimillionnaire. Laissez-moi partager les secrets de ma réussite avec vous … »
Festnahme in Paris
Nach der erwähnten Festnahme in Paris am 31. Dezember beklagte sich der Mann in der Arrestzelle des lokalen Polizeikommissariats über schwerwiegende gesundheitliche Probleme. Er wurde in eine Pariser Klinik überführt. Dort bemühte sich Sordes um eine Hospitalisierung von mehreren Tagen, was die einstweilige Festnahme außer Kraft setzte. Wenig später war der Mann spurlos verschwunden.
Die französischen Ermittler gehen davon aus, dass J.M. Sordes in Luxemburg Unterschlupf gesucht hat, wissen sie doch, dass er hier im Besitz einiger Wohnung sprich Häuser oder Villen ist, u.a. soll er, unseren Informationen zufolge, in einem Nachbarort von Mersch einen größeren Wohnsitz sein Eigen nennen. Daneben soll er Güter auf den Antillen und in New York haben.
Zu Demaart
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