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Süsssauere Reaktion aus Luxemburg

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Die rezenten Vorwürfe gegen Luxemburg wegen seines angeblich zu großen Finanzplatzes beunruhigen die Regierung. Sie stellt den Finanzsektor in den europäischen Kontext.

Luxemburgs Finanzplatz ist grundlegend international und dient als wichtiges Eingangstor für Anleger in der Eurozone. Damit trage dieser Sektor zur allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit aller Mitgliedsländer bei, so die Regierung Luxemburgs am Mittwoch. Der Finanzplatz würde sich durch seine unterschiedliche Kundschaft, seine hoch entwickelten Produkte, die strikte Überwachung und die strenge Anwendung der internationalen Normen auszeichnen, so die Regierung, die ihrer Stellungnahme eine Grafik über die Zusammensetzung des Luxemburger Bankplatzes beigefügt hat. Ersichtlich ist dabei das enorme Gewicht deutscher Banken. Sie stellen fast dreissig Prozent der ansässigen Geldinsitute dar.

Bereits am Dienstag hatte Vizepremierminister Jean Asselborn vehement Vorwürfe gegen den Luxemburger Finanzplatz und sein „Geschäftsmodell“ zurückgewiesen und von einem deutschen Diktat gesprochen, dem man sich widersetzen werde.

Luxemburg, ein Problemland?

Die Regierung reagierte offiziell auf die Aussagen einzelner EU-Politiker, die Luxemburgs Bankenplatz mit dem zyprischen verglichen und eine Restrukturierung anmahnen. Man sei besorgt bezüglich der Aussagen über die Größe des Finanzsektors im Vergleich zum Bruttoinlandprodukt des Landes und angeblicher Risiken für die wirtschaftliche und finanzielle Nachhaltigkeit des Landes. Eurogruppen-Vorsitzenden Jereon Dijsselbloem hatte vor aufgeblähten Bankensektoren in einzelnen Sektoren gewarnt. Seine Aussage, die Zypern-Lösung mit Abgabezwang für Anleger könne als Modell für andere Krisenländer herhalten, nahm Dijsselbloem zurück. Der deutsche SPD-Poliker und Fraktionsvize Joachim Poß hatte seinerseits Luxemburg als Problemland bezeichnet.

Ausschlaggebend für einen Finanzplatz seien vielmehr Qualität und Stabilität des Sektors und seine Größe im Verhältnis zur Eurozone und nicht zur nationalen Volkswirtschaft. Das Argument der Verhältnismäßigkeit widerspreche den Bestrebungen des Binnenmarktes. In diesem Sinne habe man sich für eine echte Bankenunion mitsamt gemeinsamer Überwachung ausgesprochen, die auch ein integriertes System von Einlagegarantien beinhalten soll.

Luxemburgs Bankenplatz zählt derzeit 141 Banken aus 26 Ländern.