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Streit um Gazprom

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Kremlchef Wladimir Putin ist über die EU verärgert. Der Grund: das Kartellverfahren gegen den russischen Staatskonzern Gazprom. Das sei nicht "konstruktiv", so Russlands Präsident.

Kremlchef Wladimir Putin hat das EU-Kartellverfahren gegen den russischen Staatskonzern Gazprom als «nicht konstruktiv» kritisiert. Er warf der EU vor, mit der juristischen Verfolgung des Moskauer Energiegiganten die momentanen Probleme in der Eurozone verdecken zu wollen. «Europa will politischen Einfluss zurückgewinnen, und wir müssen dafür zahlen», , sagte Putin am Sonntag vor Journalisten in der ostrussischen Stadt Wladiwostok nach einem Treffen des Asien-Pazifik-Forums Apec.

Mit der Aufnahme osteuropäischer Staaten habe die EU sich verpflichtet, die neuen Mitglieder zu finanzieren. «Nun hat offenbar irgendwer in der EU-Kommission entschieden, dass ein Teil der Unterstützung wieder hereingeholt werden muss», meinte der russische Präsident.

Einen «Handelskrieg» zwischen Russland und der Europäischen Union schloss Putin allerdings aus. Die EU-Kommission wirft Gazprom vor, die Konkurrenz auszuschalten und die Gaspreise hochzutreiben.

Der größte Gasförderer der Welt

Der russische Monopolist Gazprom ist der größte Gasförderer der Welt. Der vom Kreml mehrheitlich kontrollierte Energiekonzern sichert etwa 20 Prozent aller Deviseneinnahmen des russischen Haushalts. Gazprom gilt auch als der wichtigste Lieferant von Erdgas nach Europa. 2011 pumpte das Unternehmen 150 Milliarden Kubikmeter Gas an dortige Kunden.

Gazprom mit Sitz in Moskau beansprucht mehr als 80 Prozent der russischen Gasgewinnung und fast ein Fünftel der weltweiten Produktion. Der Staatskonzern beschäftigt etwa 400 000 Mitarbeiter.

Der seit elf Jahren amtierende Gazprom-Chef Alexej Miller gilt als enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin. Beobachter werfen der Führung in Moskau immer wieder vor, das Unternehmen auch als außenpolitisches Machtinstrument zu nutzen. Der russische Staat hält 50,002 Prozent der Anteile am Konzern. Rund 27,57 Prozent der Aktien gehören Inhabern Amerikanischer Hinterlegungsscheine (ADR). Etwa 22,428 Prozent sind im Streubesitz.