Hutu-Milizen begannen am 7. April 1994 ihre Jagd auf Tutsis und moderate Hutus. In nur 100 Tagen wurden mehr als 800 000 Menschen auf brutalste Weise getötet. Am Montag gedachten Überlebende in allen Teilen Ruandas der Opfer. Zudem begann eine einwöchige offizielle Trauerzeit, während der keine öffentlichen Veranstaltungen, Hochzeiten oder Feiern erlaubt sind.
Am Morgen sollte zunächst eine Kranzniederlegung an den Massengräbern der offiziellen Gedenkstätte in der Hauptstadt Kigali stattfinden. Später war eine Zeremonie mit internationalen Gästen im Nationalstadion geplant. Bereits seit Januar wurde eine «Flamme der Hoffnung» durch alle 30 Bezirke des Landes getragen, die Präsident Paul Kagame übergeben werden und 100 Tage lang brennen sollte.
Ohne Frankreich
An der Zeremonie nimmt auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn teil. Nicht dabei sind Vertreter Frankreichs. Nachdem der Präsident Ruandas Paul Kagamé Frankreich indirekt eine Beteiligung am Völkermord vorgeworfen hatte, beschloss Paris, nur auf Botschafterebene an der Teuerfeierlichkeit teilzunehmen. Am Montag lud die Regierung Ruandas den Botschafter aus. Er habe einen Anruf erhalten und erfahren, dass er für die Zeremonie nicht akkreditiert sei, sagte Botschafter Michel Flesch.
Auslöser des Genozids war am 6. April 1994 der Abschuss des Flugzeuges, in dem Hutu-Präsident Präsident Juvénal Habyarimana unterwegs war. Wer für die Tat verantwortlich war, ist bis heute nicht geklärt. Erst Mitte Juli gelang es der Tutsi-Rebellenarmee «Ruandische Patriotische Front», das Land unter Kontrolle zu bringen.
Zu Demaart
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