Einen Tag nach dem Wahlsieg der Konservativen in Griechenland gibt es Hoffnung auf eine rasche Regierungsbildung. Die griechischen Sozialisten erklärten sich am Montag grundsätzlich bereit, eine Koalitionsregierung mit der konservativen Nea Dimokratia zu bilden. Beide Parteien haben eine Mehrheit von 162 der 300 Sitze im Parlament. Politische Beobachter in Griechenland gehen inzwischen davon aus, dass jetzt im Eiltempo bis zum Dienstagabend eine Regierung gebildet werden kann.
Die sozialistische Pasok, die selbst massive Stimmeneinbußen verzeichnen musste, hatte zuvor auch die Linke Syriza mit ins Boot nehmen wollen. Die Linksformation ist die eigentliche Wahlsiegerin von Sonntag, lehnt jedoch anders als Pasok und ND die von Brüssel diktierten Sparprogramme radikal ab. Am Montagmorgen hatte Alexis Tsipras eine Beteiligung der Linken an der Regierung abgelehnt.
«Unverantwortlich»
Die Parteichefs der Konservativen und Sozialisten, Antonis Samaras und Evenagelos Venizelos, waren am Montag zu ersten Sondierungsgesprächen zusammengetroffen. «Das Land muss bis morgen Abend eine Regierung haben», sagte Venizelos nach dem Treffen. Über die Zusammensetzung der Regierung könne man sich leicht einigen. Die Weigerung der radikalen Linken, sich an einer Regierung der nationalen Einheit zu beteiligen, bezeichnete Venizelos als unverantwortlich.
Die Neuwahl am Sonntag war notwendig geworden, nachdem die Parteien sich nach der Wahl im Mai nicht auf eine Regierung hatten verständigen können.
Zu Demaart
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