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Neue Protestaktionen angekündigt

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Die Pussy-Riot-Aktivistin Maria Alechina will auch nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis gegen das herrschende System unter Russlands Präsident Wladimir Putin kämpfen.

«Ohne Protestkunst wäre unser Leben leer», sagte Alechina am Mittwoch «Spiegel Online». «Wir werden nach neuen Aktionsformen suchen und für Bürgerrechte eintreten.» Einen Auftritt bei kommerziellen Konzerten schloss die 25-Jährige aus. «Das ist uns fremd. Aber wir wollen darüber sprechen, was wir während der zwei Jahre Haft gesehen haben.»

Einen Kurswechsel in der russischen Politik vermag Alechina nicht zu erkennen – auch nicht nach der Freilassung des früheren Ölmagnaten Michail Chodorkowski. «Das ist kein Tauwetter. Im Gegenteil», sagte sie «Spiegel Online». Das Parlament beschließe immer noch im Eiltempo Gesetze, «die denkende Menschen letztlich zwingen, auszuwandern». Die Staatsmedien seien voller antiwestlicher Propaganda und die Hardliner bekämen immer mehr Möglichkeiten in die Hand, «Bürger einfach festzunehmen, auch aus politischen Gründen».

Alechina und und ihre Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa waren am Montag auf Grundlage eines Amnestiegesetzes vorzeitig aus ihren Gefängnissen entlassen worden. Beide waren im Februar 2012 nach einem Putin-kritischen «Punkgebet» in einer Moskauer Kirche wegen «Rowdytums» zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Ihre Mitstreiterin Jekaterina Samuzewitsch kam später auf Bewährung frei. Die Urteile hatten eine weltweite Protestwelle losgetreten.