Der Euro fiel in der Spitze auf 1,1313 Dollar und markierte damit den niedrigsten Stand seit Mitte September 2003. Seit Jahresbeginn hat die Gemeinschaftswährung bereits mehr als sechs Prozent an Wert eingebüßt. Zur Stützung der Konjunktur in der Euro-Zone hatte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag eines der größten Anleihe-Kaufprogramme angekündigt, das es jemals gegeben hat.
Insgesamt will die Notenbank Staatsanleihen sowie andere Wertpapiere im Volumen von 1,14 Billionen Euro erwerben. Das entspricht etwa elf Prozent des gesamten Bruttoinlandsproduktes der Euro-Zone. Im Kampf gegen Wirtschaftsflaute und Mini-Inflation hat die Europäische Zentralbank nun die Geldschleusen sperrangelweit geöffnet. Aber was bedeutet dies für Verbraucher?
Börsen
Die Geldschwemme der Notenbanken ist der Schmierstoff für die Aktienmärkte. Da viele andere Geldanlagen wegen niedriger Zinsen kaum noch etwas abwerfen, stecken Investoren ihr Geld in Aktien. Die Kurse steigen. Experten warnen allerdings, dass dadurch Blasen an den Aktienmärkten entstehen können.
Staatsanleihen
Durch die Käufe dürften die Renditen der Papiere, zum Beispiel Bundesanleihen, weiter sinken. Das trifft Besitzer von Anleihen oder Anleger, die Geld in Anleihefonds investiert haben.
Sparzinsen
Die Anleihekäufe haben zwar keine direkten Folgen für die Zinsen auf Sparbuch und Co. Allerdings dürfte die EZB die Leitzinsen nicht erhöhen, solange das milliardenschwere Programm läuft. Die Zeiten bleiben also noch eine ganze Weile mau für Sparer. Die Geldpolitik der EZB «belastet die Sparer und gefährdet die private Altersvorsorge», warnen Finanzexperten.
Sie raten jetzt nch stärker als bisher die Kosten für Sparprodukte verschiedener Anbieter zu vergleichen.
Immobilien
Kredite für den Kauf der eigenen vier Wände sind durch den Leitzins nahe Null, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB besorgen können, billiger geworden.
Reisen
Der Urlaub in Nicht-Euroländern wird bei einem schwächeren Euro teurer. Das gilt vor allem für Reisen in die Schweiz, in die USA sowie in Länder, in denen der Dollar als offizielles Zahlungsmittel gilt.
Zu Demaart
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