Wohnungskauf oder neues Auto – ohne Schulden läuft auch in Luxemburg nichts. 61 Prozent der Haushalte in Luxemburg waren im ersten Semester 2008, also noch vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise, verschuldet. 35 Prozent der verschuldeten Haushalte stotterten zeitgleich ein Wohnungsdarlehen und ihren Konsumkredit (Auto z.B.) ab, 33 Prozent zahlten nur für ihr Haus und 32 Prozent nur ihr Konsumentendarlehen.
Laut Forschungsinstitut Ceps/Instead, das die Untersuchung durchführte, wurden Dreiviertel das Hypothekardarlehen für den Erwerb einer ersten Wohnung benutzt; 16 Prozent finanzierten damit ihren Zweitwohnsitz und 9 Prozent beides.
Der Konsumkredit wurde in 64 Prozent der Fälle für den Kauf eines Autos, eines Motorrads oder eines anderen technischen Gerätes benutzt. Selten finanzierten sich die Haushalte ihre Ferien oder ihre Freizeitaktivitäten auf Pump.
3 – 4,1 Prozent überschuldet
Schulden haben bedeutet nicht überschuldet zu sein. Von Überschuldung redet man in der Regel, wenn der Haushalt mehrmals im Jahr nicht in der Lage war, die Kreditraten, laufende Unkosten und Rechnungen (Strom, Gas) zu begleichen. Ceps/Instead spricht da von drei Prozent der Haushalte, die im ersten Semester 2008 derlei Probleme kannten. Rechnet man noch die Haushalte hinzu, die mit der Kreditkarte einkauften, diese Schulden jedoch nicht in den drei letzten Monaten begleichen konnten, steigt der Anteil auf 4,1 Prozent.
Überschuldet sind vor allem einkommensschwache Haushalte. Betroffen sind dabei insbesondere junge Haushalte, Alleinerzieher, kinderreiche Familien, Arbeitslose oder Haushalte mit nur einem Einkommensbezieher.
Weitere interessante Feststellung aus der Studie: 2,5 Prozent der Haushalte konnten weder auf ein Darlehen noch auf eine Kreditkarte zurückgreifen, obwohl sie Fremdgeld benötigt hätten. Einzelne Haushalte verzichteten selbst auf ein Kredit, weil sie der Ansicht waren, sie könnten das Darlehen nicht zurückbezahlen. Anderen verweigerten die Finanzinstitute das Geld.
lmo
Zu Demaart
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