„Jetzt wird alles besser“, hat uns der zuständige Minister Claude Wiseler im Laufe des vergangenen Jahres versprochen. Pressekonferenzen, Vorstellungen, Presseschreiben usw. sollten die Gemüter in puncto Service der Nationalen Gesellschaft für technische Kontrolle beruhigen. Doch was ist wirklich bis heute passiert?
„Ich fahre gleich aus der Haut“, meinte ein junger Mann am Montag. Er war um 7.30 Uhr an der Kontrollstation in Sandweiler vorstellig geworden, um ein neu zu immatrikulierendes Fahrzeug durch die „Aggréation“ und die Kontrolle zu bringen.
Wir begegneten ihm übrigens gegen 15.00 Uhr auf der Piste in der Halle der SNCT/SNCA in Sandweiler. „Sehen Sie sich das hier doch genauer an. Nur ein Beispiel: Am Bremskontrollstand arbeitet ein einziger Mann für die drei bzw. vier Spuren. Finden Sie das normal?“
Chaos
Am Donnerstag machten wir uns erneut ein Bild des Geschehens, dieses Mal aber gleich in Sandweiler und in Esch/Alzette. Schicken wir es gleich voraus: In Sandweiler herrschte Chaos, in Esch ein noch größeres. „Ich hatte einen Termin für 9.20 Uhr. Jetzt haben wir 10.25 Uhr, und ich stehe noch immer hier in der Warteschlange – unter sengender Sonne. Ich habe bereits eine Bekannte angerufen, damit sie meine beiden Kinder abholt, die mich begleiten. Die sind nicht mehr zu halten.“
Eine junge Familie versuchte ihr Glück am Donnerstagmorgen gegen 8.00 Uhr zuerst in Esch. Beim Anblick der dortigen nicht enden wollenden Warteschlange entschied man sich, nach Sandweiler auszuweichen. Ohne Termin! Um 13.30 Uhr hatte der Mann einen Arzttermin. Der musste verschoben werden! Die Familie stand noch immer in der Warteschleife.
„Alles drënner an driwwer“
In der Halle tun die Beschäftigten alles, was sie können. So hat es jedenfalls den Anschein. Doch auffallend ist, dass nur wenig Personal anwesend ist. „Hei geet alles drënner an driwwer“, gibt mir ein Autohändler zu verstehen. „Sehen Sie sich doch mal die erst vor 14 Tagen eröffnete neue Halle für die Abnahme von Lastwagen und Busse an. Mit einem zwölf Meter langen Bus kommen Sie mit schweißtreibenden Wendemanövern und gutem fahrerischen Können noch eventuell in die Halle hinein, mit einem 15 Meter langen Bus oder Lkw ist das unmöglich. Zum Manövrieren bleibt Ihnen hinten und vorne je ein einziger Zentimeter Platz …“
Bei einem Gang durch die Büros der „Aggréation“ fällt uns auf, dass von neun Schaltern nur zwei besetzt sind. Gegenüber sitzen 14 genervte Kunden, die auf den Aufruf ihrer Nummer warten.
Am späteren Morgen begegnen wir einer Autofahrerin in der Warteschlange vor der Escher Kontrollstation. „In der letzten Stunde bin ich ganze zehn Meter weitergekommen. Ich hatte wohl einen Termin, doch ich verpasste ihn um 20 Minuten wegen eines Verkehrsstaus. Ich habe mich nicht getraut, doch noch auf die Wartepiste für Kunden mit Termin zu fahren, da ich sonst wohl an der ersten Kontrolle angeschnauzt worden wäre. Jetzt stehe ich hier … und stehe … und sitze im Schatten eines Baums neben meinem Fahrzeug. Ich glaube nicht, dass ich vor Mittag hier weg bin.“
Kein weiterer Kommentar!
Zu Demaart








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