Eine der wichtigsten Resourcen für das Land mit den vielen Inseln im Atlantik ist der Tourismus. Das warme Klima ermöglicht Badetourimus das ganze Jahr über, aber auch kulturell hat Kap Verde vieles zu bieten.
20 Millionen zerstörte Leben
Die Cidade Velha auf der Hauptinsel Santiago diente über die Jahrhunderte als Drehkreuz für den Sklavenhandel zwischen Afrika und den amerikanischen Kolonien. Von dort aus starteten Schiffe mit über 20 Millionen Sklaven. Fünf Millionen von ihnen verloren bei Schiffsunglücken im Atlantik ihr Leben. Ihre sterblichen Überreste liegen noch heute in dem riesigen feuchten Friedhof.
Um die Entwicklung des Tourismussektors, der immerhin ein gutes Viertel des Bruttoinlandsprodukts des Archipels ausmacht, zu fördern, unterstützt das Großherzogtum unter anderem den Betrieb einer Hotel- und Tourismusfachschule, die bereits im Juli 2011 von der damaligen Luxemburger Kooperationsministerin Marie-Josée Jacobs, eröffnet wurde.
Am gestrigen Mittwoch eröffnete der Großherzog dann das Studentenwohnheim der Schule.
«Seit der Eröffnung der Schule haben bereits 1.600 jungen Menschen hier einen Abschluss gemacht», so die kapverdische Ministerin für Jugend Janira Hopffer Almada. «73 Prozent von ihnen haben im Anschluss eine Arbeitsstelle gefunden.»
Trotz der enormen Fortschritte des vergangenen Jahrzehnts, bleibe immer noch viel zu tun. «Vieles hat sich deutlich verbessert», so die Ministerin, «und die Kapverdier sind heute wesentlich optimistischer als noch vor einigen Jahren. Dennoch stehen wir immer noch vor großen Herausforderungen. Dazu gehört die Arbeitslosigkeit und die Armut, die es weiter zu bekämpfen gilt.»
Wichtig sei es, eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, an der alle teilhaben könnten. «Der Wohlstand aller Kapverdier ist unser vorrangiges Ziel», so Almada. Dafür sei es aber unumgänglich die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. «Wir sind Luxemburg für die ausgezeichnete Zusammenarbeit ausgesprochen dankbar.»
Luxemburgs Kooperationsminister Romain Schneider betonte, dass der Tourismussektor eine Schlüsselbranche für Kap Verde ist. «Der Tourismus mach immerhin 60 Prozent der Exporte des Landes aus», so Schneider. «Er ist ein Motor für die Wirtschaft und hilft die Armut zu reduzieren.» Das Großherzogtum habe in dem Bereich bereits viel Erfahrung. «Die Luxemburger Kooperation ist seit über zehn Jahren bei der Unterstüzung des Aufbaus der Tourismus in fünf seiner neun Partnerländer tätig», so Schneider.
Die Einrichung eines Wohnheims sei auch deswegen wichtig, weil es Schülern von anderen Inseln die Möglichkeit eröffnet, an der Hotel- und Tourismusschule eine Ausbildung zu machen. «Das Wirtschaftswachstum ist wichtig für die Entwicklung des Landes, aber diese muss auch bei allen Menschen ankommen», betont Schneider.
Armutsbekämpfung hat Priorität
Am Morgen hatte der Großherzog die Cidade Velha (vormals Ribeira Grande) besucht. Die 3.000 Einwohner zählende Gemeinde war die erste Stadt, welche die Europäer in Kap Verde erbaut haben. Das dunkelste Kapitel seiner Geschichte erlebte Cidade Velha in der Zeit des Sklavenhandels (siehe Kasten).
Gemeinsam mit dem kapverdischen Kulturminister und Poeten Mário Lucio besuchte der Großherzog die Befestigungsanlage hoch über Cidade Velha, die immer wieder Ziel von Piratenangriffen, unter anderem von dem Freibeuter Fracis Drake, wurden.
Im Kulturzentrum von Cidade Velha bat der Kulturminister den Großherzog auf die Bühne, um gemeinsam «Sodade», das kapverdianische Lied der Sehnsucht, zu singen.
Ebenfalls am Morgen besuchte Wirtschaftsstaatssekretärin Francine Closener eine Fabrik, in der Eis für die Kühlung von gefangenem Fisch hergestellt wird. Dies ist wichtig für den Aufbau einer Fischereiindustrie in Kap Verde. Auch dieses Projekt wird von Luxemburg unterstützt.
Stefan Osorio-König,
z.Z. in Praia, Kap Verde
Zu Demaart





































































































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