Laut Le Jeudi wollen nur 40 Prozent der Wähler den Ausländern Zugang zum Wahlrecht für das Parlament einräumen. Die Wochenzeitung veröffentlicht in ihrer heutigen Ausgabe die Ergebnisse einer von TNS-Ilres durchgeführten Umfrage. Befragt wurden 700 Personen, davon 503 Wahlberechtigte, über 18 Jahre.
Obwohl eine Mehrheit den Ausländern den Zugang zu den Wahlurnen versperren möchte, erkennen 51 Prozent ein reales Demokratie-Defizit im Land an. 15 Prozent sprechen sogar von einem großen Defizit. Die Frage, ob das Einwohnerwahlrecht Luxemburger und Nicht-Luxemburger näher bringen könnte, verneinen 57 Prozent der wahlberechtigten Umfrageteilnehmer.
Das Referendum könnte zu Spannungen zwischen den Luxemburger und Nicht-Luxemburgern führen, meinen 46 Prozent der Befragten, 50 Prozent sagen Nein. Die Angst vor einer Beeinträchtigung der Luxemburger Identität treibt wohl die Nein-Sager um. 68 Prozent sehen diese Gefahr, laut Le Jeudi-Umfrage.
Nein zum passiven Wahlrecht
Sollte den Ausländern das Wahlrecht zuerkannt werden, plädieren 70 Prozent für die Pflichtwahl auch für Nicht-Luxemburger, um zwei Arten von Wählern zu vermeiden. Nur 39 Prozent würden jedoch den Nicht-Luxemburgern auch das passive Wahlrecht zugestehen, das heißt, die Möglichkeit sich selbst zur Wahl zu stellen. 50 Prozent beantworteten diese Frage mit Nein.
Le Jeudi fühlt den Puls der Wähler auch zur Frage des Herabsetzens des aktiven Wahlalters auf 16 Jahre. U.a. fragte TNS Ilres, ob dieses Wahlrecht ein Vertrauensbeweis der Erwachsenen gegenüber den jungen Menschen sei. Nur 32 Prozent stimmten dieser Behauptung zu, 65 Prozent sagten Nein. Das aktive Wahlrecht für Minderjährige, eine Möglichkeit ihre Verantwortungsbewusstsein zu stärken? Die Antwort: 71 Prozent Nein.
Weitere Details zur Le Jeudi-Umfrage in der dieswöchigen Ausgabe der Zeitung.
Die Ergebnisse der TNS-Ilres-Umfrage werden ausführlich am Donnerstag im Le Jeudi vorgestellt. Sie werden auch als Diskussionsgrundlage des Le Jeudi-Rundgesprächs am Donnerstagabend um 18.30 Uhr im Institut national des Langues, 21 bd de la Foire, Luxemburg, dienen. Teilnehmer sind Premierminister Xavier Bettel, CSV-Fraktionschef Claude Wiseler, die Abgeordneten Serge Urbany (déi Lénk) und Fernand Kartheiser (ADR), Sergio Ferreira (Plattform Migration und Integration) und Maurice Losch (CGJL).
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