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Von 670 auf 1.300 Kilometer

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Für Luxemburgs Radfahrer brechen goldene Zeiten an. Das Radwegnetz soll in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden. Das sieht ein Gesetzentwurf vor.

Das erste Gesetz über die Schaffung eines nationalen Radwegnetzes in Luxemburg wurde 1999 angenommen. Damals stand der Sport und der Tourismus im Zentrum des Interesses. Der Umweltschutz spielte eine nur untergeordnete Rolle. Heute sei die Herausforderung eine ganz andere wird im «Exposé des motifs» des Gesetzentwurfs für den Ausbau des Radwegenetzes betont. Studien hätten ergeben, dass etwa 40 Prozent aller täglichen Bewegungen kürzer als drei Kilometer seien. Bei 60 Prozent dieser kurzen Distanzen würde aber der Wagen genutzt werden. Nur 13 Prozent aller täglichen Bewegungen würden zu Fuß oder mit dem Fahrrad absolviert. Die sogenannte «Mobilité douce» (Langsamverkehr) stecke noch in den Kinderschuhen, wird betont.

Die Dreierkoalition will dies ändern. Das neue Radwegenetzgesetz soll die Voraussetzung schaffen, den Anteil des Langsamverkehrs bis 2020 auf durchschnittlich 25 Prozent zu erhöhen. Bei der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs, der am Mittwoch im parlamentarischen Nachhaltigkeitsausschuss zur Sprache kam, wurde mit allen betroffenen Akteuren gesprochen.

POIs miteinander verbinden

Die Radwege sollen verschiedene interessante Orte miteinander zu verbinden. Die Wege sollen flexibler werden. Es gehe darum, die einzelnen Wege miteinander zu verbinden und im Interesse der Verkehrssicherheit so weit wie möglich die Straßen zu meiden, so Infrastrukturminister François Bausch unlängst. Die Radwege, die nicht fertiggestellt wurden, sollen es jetzt werden. Der sektorielle Plan über die Radwege sieht u.a. vor, dass der Radweg stets der kürzeste Weg von A nach B sein soll. In diesem Zusammenhang wird auch die Kooperation mit Bahn und Bus gefördert.

Investieren Gemeinden in den Ausbau der Radwege, indem sie neue Punkte von allgemeinem Interesse (POI) anmelden, will der Staat ihnen 30 Prozent der Ausgaben zurückerstatten. Das war die Vorstellung der Regierung. Weil der Staatsrat dagegen ist, muss diese Regelung abgeändert werden, so Josée Lorsché, die Vorsitzende des parlamentarischen Nachhaltigkeitsausschusses gegenüber Tageblatt.lu.

Verbindungen mit dem Ausland

Ziel sei es ein kohärentes, komplettes Radwegenetz aufzubauen. Gemeinderadwege sollen deshalb mit den nationalen Radwegen verbunden werden, erklärte Josée Lorsché. Die Gesamtlänge der Radwege soll von 670 auf etwa 1.300 Kilometer wachsen. Es sind auch Verbindungen mit ausländischen Radwegen, zum Beispiel in Deutschland, vorgesehen.

Die nationalen Radwege und die Verbindungen zwischen kommunalen und nationalen Wegen werden als gemeinnützig angesehen. Es seien also Zwangsenteignungen möglich, so Josée Lorsché. Bei den Gemeinderadwegen ginge das nicht.

Schließlich spicht man jetzt von «itinéraires cyclables» und nicht mehr von «pistes cyclables».