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«Vereinbarung unvollständig»

«Vereinbarung unvollständig»

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Gewerkschaften und Direktion von Cargolux haben am Mittwoch eine vorläufige Einigung zum Kollektivvertrag gefunden. Weil der Text unvollständig sei, habe er nicht unterschrieben, so der LCGB.

Nach acht Stunden zum Teil heftiger Diskussionen und nach monatelangem Hickhack haben Gewerkschaften und Direktion sich auf einen Zusatz zum bestehenden Kollektivvertrag für die Cargolux-Mitarbeiter verständigt. Gültig wird er nur, wenn der gemischte Betriebsrat am 6. August der Vereinbarung zustimmt. Damit würde auch der bestehende Kollektivvertrag bis Ende 2014 weitergeführt. Die Firmenleitung hatte den Tarifvertrag im Herbst 2012 gekündigt.

Lediglich der OGBL setzte am Mittwoch seine Unterschrift unter die vorläufige Vereinbarung. Der LCGB weigerte sich, weil ein wichtiger Zusatz nicht in schriftlicher Form vorliege. Er betrifft das Flugpersonal. Gewerkschaftssekretär Carlo Wagener zufolge handele es sich dabei um ein 30 Seiten starkes Dokument. Darin wird die Arbeitsorganisation der Flugmannschaften geregelt. Ziel ist eine Produktivitätssteigerung. Das Dokument muss noch von der Behörde für Zivilluftfahrt (DAC) genehmigt werden, so Wagener. Die Arbeitsorganisation der Piloten wird in einem großherzoglichen Reglement geregelt. Ausnahmen müssen von der DAC gebilligt werden. Das stehe noch aus, so Wagener. Anschließend wolle man noch die Mitglieder um ihre Zustimmung beten, so Wagener am Donnerstag.

Zurückgerudert

OGBL-Sekretär Hubert Hollerich stellt diese Sichtweise in Frage. Das einzige Dokument, das noch ausstehe, sei das Gutachten des gemischten Betriebrats zur Sicherheit des Flugpersonals, sagte er uns am Donnerstag. Dabei sei der LCGB nach dem fast achtstündigen Verhandlungsmarathon bereit gewesen, die vorläufige Abmachung mitzunterschreiben. Der LCGB-Vertreter sei jedoch in letzter Minute von der Pilotenvereinigung ALPL ausgebremst worden. Zwischen beiden Organisationen besteht ein Kooperationsvertrag. Das Argument, die Zustimmung der DAC stehe noch aus, ist für Hollerich kaum nachvollziehbar. Diese Zustimmung liege vor, wenn die Personaldelegation grünes Licht gebe, so die Bedingung der Behörde. Und die Personalvertreter hätten ihr prinzipielles Einverständnis bereits gegeben. Das sei auch Bestandteil der vorläufigen Vereinbarung von Mittwoch.

Auch beim Bodenpersonal sollen die Arbeitsabläufe optimiert werden. Dazu werden laut vorläufiger Vereinbarung paritätisch besetzte Arbeitsgruppen eingesetzt, die Vorschläge unterbreiten sollen.