Die allgemeine Mehrwertsteuer (TVA) wird am 1. Januar 2015 in Luxemburg von 15 auf 17 Prozent erhöht. Laut Wirtschaftsauskunftei Credireform Luxemburg am Freitag, wird dies aber «keine gravierenden Auswirkungen» auf Verbraucher und Unternehmen haben.
Preisveränderungen werde der Verbraucher beim Konsum kaum wahrnehmen. Preiserhöhungen würden durch die sinkenden Ölpreise kompensiert. Ein gegenläufiger Effekt. Darüber hinaus prognostiziert die Wirtschaftsauskunftei , dass sich die Ölpreise mittelfristig aus einem niedrigen Niveau (gegenüber dem Vorjahr) einpendeln werden. „Dadurch gleicht sich die Steuererhöhung größtenteils indirekt wieder aus“, so Wolfgang E. Kohn, Leiter Rating und Wirtschaftsinformation bei Creditreform.
Problem Immobilien
Einiges Problem sieht die Wirtschaftsauskunftei bei den Immobilienpreisen. Diese seien ohnehin bereits hoch und würden durch eine TVA-Anpassung weiter steigen. Immer mehr Luxemburger werden zum Wohnen ins benachbarte Ausland ziehen. Das seit Jahren bekannte Ausweichverhalten werde dadurch noch verstärkt.
Für Unternehmen ist die TVA-Erhöhung eher «kostenneutral», so die Wirtschaftsauskunftei. Die Erhöhung wird demnach kaum Auswirkungen haben. Die Liquidität der Firmen wird nicht weiter betroffen sein. Auch eine mehrwertsteuerbedingte Erhöhung der unternehmerischen Konkursanfälligkeit könne ausgeschlossen werden, analysiert Creditreform.
Durch die Steigerung des allgemeinen TVA-Satzes um zwei Prozent, erhofft sich Luxemburg Mehreinnahmen von mindestens 350 Millionen Euro. Mit einer Mehrwertsteuer von 17 Prozent habe Luxemburg immer noch den niedrigsten Steuersatz innerhalb der Europäischen Union. Somit liege Luxemburg im Rahmen der globalen Wettbewerbsfähigkeit weiterhin auf den vordersten Plätzen, schreibt Creditreform.
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