Für CSV-Parteichef Michel Wolter ist die Sachlage eindeutig. Die CSV ist stärkste Partei und hat einen Auftrag, für stabile Verhältnisse im Lande zu sorgen. Andererseits gibt er bereitwillig zu, dass der Ball bei der DP liegt, so Wolter am Montag gegenüber dem Tageblatt.
Am Dienstagnachmittag trifft der CSV-Präsident den Großherzog. Ihm werde er seine politische Einschätzung vorlegen. Ob das Staatsoberhaupt nach den Treffen mit den Parteipräsidenten einen Informateur oder gleich einen mit der Regierungsbildung beauftragten Formateur nennen wird, sei derzeit nicht gewusst, so Wolter. Erst nach Bekanntgabe dieser Entscheidung werden die Parteigremien zusammentreten.
Auch LSAP-Parteipräsident Alex Bodry wird am Dienstagnachmittag von Großherzog Henri empfangen. Bereits am Montagabend tritt die Parteileitung zusammen. Auch Bodry spricht der DP das Initiativrecht zu. Auf mögliche Koalitionen angesprochen, meint Bodry, dass wohl nur zwei Optionen bestünden. Gemeint ist eine CSV-DP- oder eine LSAP-DP-déi gréng-Koalition, wobei er letzteres als ein offenes Rennen bezeichnete. Eine Neuauflage einer CSV-LSAP-Koalition bezeichnete Bodry als die unwahrscheinlichste Hypothese.
Bedeckt gab sich am Montagnachmittag der Mann, auf den alle Politikeraugen gerichtet sind, DP-Präsident Xavier Bettel. Er verwies auf die Tagung der Parteiführung am Montagabend hin.
Nach den Parlamentswahlen trifft der Großherzog die Vertreter aller im Parlament gewählten Parteien sowie den Präsidenten des Abgeordnentenhauses und den Vorsitzenden des Staatsrats zu Konsultationsgesprächen. Erst dann trifft er seine Entscheidung bezüglich der Nominierung eines Informateurs bzw. Formateurs.
Den Parlamentspräsidenten und den Präsidenten des Staatsrat traf Großherzog Henri bereits am Montagnachmittag.
Zu Demaart
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