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«Sterben die Bienen, so stirbt der Mensch»

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LUXEMBURG - Das Bienensterben bereitet zunehmend Sorge. In Luxemburg starben den Imkern im vergangenen Winter 30 Prozent ihrer Bienenvölker weg. Verschiedene Maßnahmen sollen dem entgegen wirken.

Rund 350 Bienenzüchter leben in Luxemburg. Sie besitzen rund 4000 Bienenvölker. Das massive Bienensterben hierzulande bereitet ihnen zunehmend Sorgen. „Sterben die Bienen, so stirbt der Mensch“ ist längst nicht mehr eine leere Floskel. Denn die Bedeutung der Bienen bei der Bestäubung der Pflanzen ist unschätzbar. Spezialisten zufolge gehen 80 Prozent der Bestäubung auf die Bienen zurück.

Das Bienensterben hat verschiedene Gründe. Zum einen haben Luxemburgs Imker durch den kalten Winter 2012-2013 30 Prozent ihrer Bienenvölker verloren. Das Problem sei nicht neu, so Landwirtschaftsminister Romain Schneider in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage des Abgeordneten Jean Colombera. Laut Schneider hätten die ungünstigen Wetterbedingungen 2012 zu einer Verschärfung der Problematik beigetragen.

Pflanzenschutzmitteln

Zum anderen wird das massive Bienensterben auf den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln zurückgeführt. Drei Pestizide aus der Gruppe der sogenannten Neonikotinoide – für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps sowie Baumwolle- wurden für vorerst zwei Jahre zu verboten. Diese Insektenvernichtungsmittel, die als Nervengift wirken, sollen für das Bienensterben mitverantwortlich sein. Luxemburg habe wiederholt das Anwendungsverbot von neonicotinoidhaltigen Beizmitteln auf EU-Ebene unterstützt, so der Landwirtschaftsminister.

Aktuell werde an einer grundlegenden Reform der Gesetzgebung über Pflanzenschutzmittel gearbeitet. Auch werde in einem Aktionsplan ein Paket an Maßnahmen festgelegt, die den Einsatz von Pestiziden in Zukunft reduzieren solle. Eine finanzielle Entschädigung für die Völkerverluste vom letzten Winter werde aktuell weder von der Imkerseite gefragt, noch vom Landwirtschaftsministerium ins Auge gefasst.

Varroamilbe

Das größte Problem für die Bienenzucht bleibt die in Asien eingeschleppte Varroamilbe. Die Hilfe des Luxemburger Staates bestehe bei deren Bekämpfung darin, bezuschusste Behandlungsmittel bereitzustellen. Doch die Wetterbedingungen können den Einsatz dieser Mittel einschränken. Hilfe soll hier die Asta-Wetterseite bringen, die den Imkern den günstigsten Behandlungstermin bereitstellt.

In dem Projekt „BeeFirst“ wird untersucht, welche Praktiken der Bienenzüchter positive oder negative Auswirkungen auf die Varroaproblematik haben. Auch ein Zuchtprogramm, mit dem Ziel varroa-tolerante Bienen zu vermehren, wird durch europäische und nationale Mittel finanziert.