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Staatsanwalt auf Rachefeldzug?

Staatsanwalt auf Rachefeldzug?

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LUXEMBURG - Wenige Tage vor der Wiederaufnahme des Bommeleeër-Prozesses erhebt Verteidigerin Lydie Lorang schwere Vorwürfe gegen Generalstaatsanwalt Robert Biever.

Warum unternimmt Generalstaatsanwalt Robert Biever nichts gegen die «dicken Tiere» und akzeptiert ohne mit der Wimper zu zucken, dass «Lampisten», wie er sie selber bezeichnet hat, geopfert werden. Das fragt sich Me Lydie Lorang, Verteidigerin von Jos Wilmes, einem der zwei Angeklagten im Bommeleeër-Prozess, in einem Interview in der neuen Ausgabe von Le Jeudi. Die Zeitung widmet dem Fall ein zweiseitiges Dossier.

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Biever hatte in der Vergangenheit angedeutet, dass die Hintermänner der Bombenleger-Affäre in höheren Sphären zu suchen seien. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.

Der Deal der keiner war

Unklar bleibt für die Anwältin auch Bievers Verhalten bei den Vorwürfen gegenüber Ex-Justizminister Luc Frieden. Biever hatte angedeutet, dass Frieden mit dem Ex-Polizeigeneraldirektor Pierre Reuland womöglich einen Deal abgeschlossen hatte. Das in jenen Jahren geplante Gesetz über Justizbehinderung sollte so formuliert werden, dass hohe Polizeioffiziere von strafrechtlichen Verfolgungen verschont blieben. Biever hatte sich dabei auf Aussagen eines hohen Mitarbeiter des Justizministeriums berufen. Später vor Gericht sagte Biever, er sei wohl nicht mehr sicher, ob Friedens Name gefallen sei. Man müsse sich fragen, ob der Generalstaatsanwalt nicht dabei sei, zu lügen, so Me Lorang im Le Jeudi am Donnerstag.

Was Lorang anspricht war bereits der zweite Rückzieher des hohen Magistraten. Zuvor hatte Biever Frieden vorgeworfen, die Ermittlungen in Sachen Bommeleeër-Affäre behindert zu haben und auf Einstellung der Ermittlungen gedrängt zu haben. Später schwächte Biever im Rahmen einer Presseerklärung am 13. Juni seine Vorwürfe ab.

Me Lorang erinnert ebenfalls an die seltsamen Zusammenkünfte des damaligen Staatsanwalts Biever mit einem der Hauptverdächtigen in der Bommeleeër-Affäre Ben Geiben und mit dem Bruder von Großherzog Henri, Jean, im Vorfeld einer Anhörung durch Ermittlungsbeamten.
Sie frage sich, ob Biever einen persönlichen Rachefeldzug gegen Frieden und Reuland führe und ob ihre Klienten, die Angeklagten, nicht dazu missbraucht werden sollen.

Robert Biever war am Donnerstagmorgen nicht erreichbar. Auf Anfrage bei der Staatsanwaltschaft wurde uns gesagt, er weile berufsbedingt im Ausland.