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Sozialleistungen erhöhen Kaufkraft

Sozialleistungen erhöhen Kaufkraft

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Das Bruttoinlandsprodukt in Luxemburg ist drei Mal höher als der EU-Durchschnitt. Doch bei dem "Verfügbaren Einkommen" sind wir nicht mehr die Nummer eins. Dennoch halten die Sozialleistungen die Kaufkraft hoch.

Laut Statec-Studie beläuft sich das BIP im Jahre 2011 auf 82.100 Euro pro Einwohner in Luxemburg. Damit liegt der Wert drei Mal höher als der EU-Durchschnitt (28.300 Euro). Im gleichen Jahr kommt das «Verfügbare Einkommen» auf 31.000 Euro pro Einwohner, 65 Prozent mehr als der EU-27-Durchschnitt.

Das «Verfügbare Einkommen» bezeichnet die Summe, die einem privaten Haushalt für den Konsum zur Verfügung steht. Anhand dieser Zahl kann der durchschnittliche Lebensstandard in einem Land gemessen werden und gibt Auskunft über die Kaufkraft der Bürger. Das verfügbare Einkommen ist nicht zu verwechseln mit dem Bruttoinlandsprodukt BIP. Dieser erfasst die Entwicklung der Wirtschaft in ihrer Gesamtheit.

Luxemburg ganz vorne

Beim BIP-Wert sichert sich Luxemburg den Spitzenplatz in Europa, knapp gefolgt von Norwegen (71.200 Euro) und der Schweiz (60.500 Euro). Am unteren Ende der Skala befinden sich Bulgarien und Rumänien mit jeweils 5000 Euro unweit der Platzierungen von Norwegen oder der Schweiz. Beim verfügbaren Einkommen ändert sich das Bild. Hier belegt Luxemburg mit 31.000 Euro (2011) nach wie vor einen der Spitzenplätze in Europa, wird aber von der Schweiz überholt (34.000 Euro). Norwegen liegt mit 30.400 Euro nur knapp unter dem Einkommen in Luxemburg.

2008 sinkt das verfügbare Einkommen in der Eurozone. Doch nicht in Luxemburg. Hier steigt die Kaufkraft bis 2009 noch stark an. 2009 ist sie sogar 8 Prozent höher als 2006. Zum Vergleich: In der Eurozone siedelt sich die Kaufkraft 2009 auf dem Niveau von 2006 an.

Kaufkraft durch Sozialleistungen

Die Steigerung der Kaufkraft 2009 in Luxemburg ist vor allem den Sozialleistungen zuzuschreiben: Arbeitslosengeld, Familienzuschüsse, Renten, RMG. 2010 sinkt die Kaufkraft um 0,4 und 2011 um 2,9 Prozent.

Dieser Rückgang ist auf erhöhte Sozialabgaben und Steuern zurückzuführen. Dennoch bleibt 2011 die Kaufkraft der Luxemburger noch 4,2 Prozent über dem Jahre 2006, während sie in der übrigen Eurozone im Durchschnitt 0,5 Prozent gegenüber 2006 zurückging.

Angepasstes Einkommen

Neben den ausbezahlten Sozialleistungen, die bereits im verfügbaren Einkommen integriert sind, tragen auch die Sozialtransfers in Form von Naturalleistungen (Erstattung von medizinischer Versorgung, Ausbildung) zu einem höheren Lebensstandard der Bevölkerung bei. Fügt man diese Sozialtransfers zum verfügbaren Einkommen dazu, ergibt sich das sogenannte angepasste Einkommen.

Auf diese Weise beträgt das angepasste Einkommen 2011 in Luxemburg knapp 40.000 Euro und ist knapp 30 Prozent höher als das verfügbare Einkommen. Interessant ist, dass die Sozialtransfers seit 2008 schneller ansteigen als die verfügbaren Einkommen. Trotz Abzugs der Sozialabgaben und Steuern, bleibt die Rate positiv. Seit 2010 stabilisiert sich der Wert, da die Sozialabgaben etwas steigen.