Mittwoch28. Januar 2026

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„Sie hat die Initiative ergriffen“

„Sie hat die Initiative ergriffen“
(Tageblatt/Jean Claude Ernst)

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Vor der Kriminalkammer musste sich gestern ein 20-Jähriger Mann wegen Vergewaltigung verantworten. Er soll Ende August des Jahres 2013 eine damals 18-jährige Frau vergewaltigt haben. Der Mann aber stritt die Tat aber gestern vehement ab.

Im Sommer 2013 soll es zu der Vergewaltigung gekommen sein. Die Eltern des Opfers waren zu der Zeit in Ferien. Angeblich wollte die Frau nicht alleine zu Hause sein und lud Freunde zu sich nach Haus ein.

In der Nacht auf den 29. August sei es dann angeblich zu der Tat gekommen. Das Opfer betonte gestern vor den Richtern, dass sie nicht mit den Eltern wegfahren wollte, um etwas Zeit mit Freunden zu verbringen, bevor sie zur Schule nach Wiltz gehen sollte.

Angst im Dunkeln

„Weil ich aber Angst hatte alleine im Haus zu sein, lud ich die Bekannte zu mir nach Hause ein, dabei war auch der heutige Beschuldigte. An einem Abend ging ich früher zu Bett als der Angeklagte. Er übernachtete im Gästezimmer. Als auch er zu Bett gehen wollte, hörte ich Geräusche und wurde wach. Er fing an mich zu kitzeln und ich bat ihn aufzuhören. Dies ist aber nicht passiert. Anschließend hat er mich überall angefasst. Ich lag auf dem Bett und konnte mich nicht mehr bewegen. Es kam dann zum Geschlechtsakt. Ich hatte Angst und Schmerzen und schrie“, so das Opfer.

Auch erklärte die Frau im Zeugenstand, dass sie die anschließenden Nächte unter Schlaflosigkeit litt. An einen zweiten gezwungenen Geschlechtsakt wollte die Frau sich gestern nicht erinnern. Sie schilderte die Fakten sehr emotionslos. Auch habe sie den Kontakt zum Beschuldigten nach der Vergewaltigung nicht abgebrochen, weil ihr angeblich nicht genau bewusst war was er getan hatte.

Anders als vorher

Die Zwillingsschwester des Opfers, betonte, dass es hin und wieder Auseinandersetzungen zwischen den Eltern und ihrer Schwester gab. Es war das erste Mal, dass die Frau nicht mit den Eltern in Ferien fahren wollte.

„Der Angeklagte kannte uns beide aus der Schule und mehrere Male hat er mir und meiner Schwester gegenüber erklärt, er wolle Sex mit uns beiden. Mir gegenüber verhielt der Mann sich immer aggressiv. Als ich mit meinen Eltern aus den Ferien zurückgekehrt waren, bemerkte ich, dass meine Schwester anders
war“, so die Zeugin.

Ein Jahr nach der Tat

Erst ein Jahr später erklärte das Opfer, ihrer Schwester gegenüber was sich Ende August 2013 abgespielt hatte.
Der zuständige Ermittler bedauerte, dass die Vernehmungen des Opfers als auch des Angeklagten nicht sehr einfach waren. „Wir haben uns auf die mündlichen Aussagen basieren müssen, da die Anzeige erst ein Jahr nach der Tat erstattet wurde. Zudem erklärte das Opfer immer wieder sich nicht mehr zu erinnern“, so der Ermittler.

Der Angeklagte, betonte dass er im besagten Sommer eine Woche und zwei Nächte im Haus der Familie verbracht habe. „Ich wusste, dass sie Angst im Dunkeln hatte und trotzdem versuchte ich ihr abends Angst einzujagen. Ich weiß, dass ich mich damals nicht korrekt verhalten habe. Anschließend ist sie zu mir ins Gästezimmer gekommen und hat sich an mich gedrückt. Sie hat angefangen mich zu streicheln und es kam zum Geschlechtsverkehr“, so der Beschuldigte.

Ein zweites Mal Geschlechtsverkehr

Einige Tage später soll es erneut zum Sex gekommen sein. Laut dem Mann hat er bei diesem zweiten Mal die Initiative ergriffen und sie war zu Beginn damit einverstanden. Erst während dem Akt, so der Mann wollte sie nicht mehr. „Ich habe sie weder gezwungen noch vergewaltigt. Ich hatte aber ein schlechtes Gewissen, weil ich genau wusste, dass sie in einer Beziehung war“, erklärte der Mann.

Eigentlich war für diesen Prozess eine Sitzung vorgesehen, allerdings wird der Prozess am Mittwoch mit dem Plädoyer des Verteidigers und dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft abgeschlossen.