Die Politik hat dem Tabakkonsum den Krieg erklärt. Trotzdem haben in letzter Zeit mehrere Shisha-Bars in Luxemburg ihre Türen geöffnet. Das besorgt einige Politiker. Sie erinnern daran, dass diese orientalischen Wasserpfeifen, mit Apfel-, Vanille-, oder Erdbeertabak versehen, nicht so harmlos sind, wie angenommen. Die CSV-Abgeordnete Nancy Arendt möchte von Gesundheitsministerin Lydia Mutsch nähere Informationen erhalten über das Shisha-Rauchen in Luxemburg.
In ihrer Antwort auf die parlamentarische Frage erklärt die Gesundheitsministerin, dass laut Statistiken der Fondation Cancer in Luxemburg etwa fünf Prozent der Bevölkerung Wasserpfeife rauchen. Das seien mehr als 22.000 Raucher. Viele unter ihnen (21 Prozent) seien Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren.
Das Gesetz gilt auch für Shishas
Die Ministerin erinnert daran, dass das Anti-Tabak-Gesetz von 2014 auch für die Wasserpfeife gilt. Shisha-Bars müssen also einen speziellen Raucherraum einrichten, der mindestens 30 Prozent der Nutzfläche umfasst.
In einer Wasserpfeife sind mindestens 25 Prozent Tabak enthalten, so Lydia Mutsch weiter. In der Shisha wird Tabak mit Fruchtaroma geraucht. Das Funktionsprinzip ist laut den Wasserpfeifen-Herstellern einfach. Der Rauch wird durch ein mit Wasser gefülltes Gefäß gezogen. Dadurch wird der Rauch gekühlt und Schwebstoffe sowie wasserlösliche Bestandteile werden herausgefiltert. Entgegen der weitverbreiteten Meinung filtere das Wasser die schädlichen Substanzen aber nicht heraus, warnt die Ministerin.
Kohlenmonoxid-Vergiftung
Laut Experten kann schon ein einmaliger Konsum eine Kohlenmonoxid-Vergiftung hervorrufen. Die Menge an Kohlenmonoxid sei bei einer Wasserpfeife nämlich siebenmal höher als bei einer Zigarette. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) dauert das Rauchen einer Shisha-Pfeife zwischen 20 und 80 Minuten. In dieser Zeit inhaliere der Raucher den Rauch von etwa 100 Zigaretten. 50 Shisha-Züge entsprechen etwa zwei Zigarettenschachteln, erörtert ihrerseits die Gesundheitsministerin. Des Weiteren sei das Ansteckungsrisiko mit Krankheiten, wie Tuberkulose, Herpes und Hepatitis hoch, da die Shisha-Mundstücke oft mehrmals benutzt werden. Der regelmäßige Konsum könne schließlich Herzerkrankungen oder Krebs herbeiführen.
Mehrere Informations- und Sensibilisierungskampagnen wurden schon im Zusammenhang mit dem Wasserpfeifen-Rauchen organisiert, erinnert die Gesundheitsministerin. Auch wurden schon mehrere Broschüren und Artikel in der Presse über das Thema veröffentlicht. Das Ministerium plant aber eine spezifische Kampagne bei den jungen Leuten zu starten.
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