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Schlechte Stimmung in der Armee

Schlechte Stimmung in der Armee

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Die Stimmung in der Armee ist schlecht. Ex-Ombudsmann und Ex-Armeeminister Marc Fischbach regt umfangreiche Reformen an.

Unerwartetes war im Dezember 2011 in der Militärkaserne in Diekirch passiert. Weil sie keine „Boxemännercher“ bekommen hatten, hatten Soldaten ihrem Unmut über den Zustand in der Armee öffentlich freien Lauf gelassen. In Folge der Boxemännercher-Affäre hatte Armeeminister Jean-Marie Halsdorf seinen Amtsvorgänger und Ex-Ombudsmann Marc Fischbach damit beauftragt, die Lage in der Armee zu untersuchen. Am Mittwoch stellte Fischbach seinen Bericht vor.

Die Stimmung ist tatsächlich schlecht, so die Schlussfolgerung Fischbachs. Er hatte rund 40 Interviews geführt, mit Offizieren, einfachen Soldaten und Zivilangestellten. Fischbach spricht von Spannungen in der Hierarchie, zwischen Offizieren und Unteroffizieren und der Gewerkschaft. Es bestehe ein Mangel an Kommunikation. In einer modernen Armee müssten Entscheidungen plausibel erklärt werden, heißt es.

Generalstab – Militärberater

Regelrecht aufräumen würde Fischbach mit dem aktuellen Generalstab in der hauptstädtischen Goethe-Straße. Der Stab sollte eigentlich die Funktion eines Militärberaters des Ministers übernehmen. Die Mannschaft müsse gestrafft und aus den aktuellen Räumlichkeiten ins Ministerium transferiert werden, schlägt Fischbach vor, zumal er Doppelfunktionen festgestellt hat. So würden ähnliche Aufgaben im Generalstab und auf Herrenberg erledigt. Außerdem könnten damit Kosten gespart werden.

Problematisch ist laut Fischbach auch die aktuelle Rekrutierungspolitik. Luxemburg benötigt für seine internationalen Einsätze etwa 350 Soldaten. Verfügbar seien jedoch derzeit nur 260. Um dieses Soll zu erfüllen müssten bei jeder Rekrutierungssession zwischen 44 und 47 Mann geworben werden. Tatsächlich seien es jedoch nur 35. Fischbachs Vorschlag: Den Militärdienst um ein Jahr auf vier Jahre verlängern. Das erlaube eine bessere Vorbereitung der Soldaten auf ihre Einsätze und es müssten weniger Rekruten her.

Besoldungsfragen

Stellt sich die Frage der Besoldung. Auch daran würde Fischbach rütteln, ginge es nach ihm. Derzeit bekommt ein Soldat mehr als der gesetzliche Mindestlohn für Unqualifizierte. Die Rückkehr ins Zivilleben und der Eintritt in die Arbeitswelt sei oftmals mit einem Einkommensverlust verbunden. Kompensiert werden könnte eine Soldreduzierung durch eine Umschulungsprämie. A propos Umschulung. Die dazu auf Herrenberg bestehende Schule, in der die Soldaten unter anderem ihren Schulabschluss machen, sollte in das normale Schulsystem integriert werden, schlägt Fischbach vor. So würden zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen.

Soldaten genießen Vorrang bei der Einstellung in Verwaltungen und staatlichen Einrichtungen. Hierzu regt Fischbach die Einführung eines Quotensystems für jedes Ministerium an. Damit sollte auch die Benachteiligung ziviler Kandidaten beseitigt werden.

Ob Fischbachs Vorschläge umgesetzt werden, ist noch unklar. Zuerst sollen seine Bemerkungen und Anregungen den Betroffenen in der Armee zugestellt werden, so Armeeminister Halsdorf. Wie schnell die Reformvorschläge umgesetzt werden, hänge auch von diesen ab.