Bei Cargolux werden Abkommen mit chinesischen Investoren ausgehandelt, ohne die Personalvertreter zu informieren. Ihre Informationen stammten aus den Medien, so die Personalvertreter des OGBL in einem Brief an den Verwaltungsratsvorsitzenden der Frachtfluggesellschaft Paul Helminger am Freitag.
In ihrem Schreiben beklagen sich die Personalvertreter, dass das Abkommen mit dem chinesischen Finanzinvestor HNCA bereits zum Unterschreiben bereitliege. In diesem Sinne kritisieren die Personalvertreter einen Mangel an Transparenz sowie eine Verletzung ihres gesetzlich verankerten Rechts auf Information.
Einsicht in die Akten
„Verwaltungsräte des Personals sind keine Verwaltungsratsmitglieder zweiter Klasse,“ monieren die Personalvertreter des OGBL. Sie verlangen die volle Einsicht in alle Akten. Dazu gehören auch die eingereichten Angebote anderer potenzieller Interessenten sowie die Briefe der ExCom-Mitglieder.
Dies sei auch wesentlich in Bezug auf die Vorbereitung zur nächsten Verwaltungsratssitzung am 25. Oktober. Ohne Kenntnis der Akten, sei es den Personalvertretern nicht möglich, ein Urteil über die aktuelle Lage zu fällen.
Keine Machbarkeitsstudie
Besorgniserregend ist für die Gewerkschafter auch, dass nun Abkommen noch vor der Erstellung einer Machbarkeitsstudie unterschrieben werden soll. Diese Studie betrifft die mögliche Gründung einer neuen, gemeinsamen Fluggesellschaft mit Sitz in China, den Bau eines neuen Wartungszentrums und eines Pilotenausbildungszentrums ebenfalls in China. Diese Vorgehensweise sei unannehmbar, so die Gewerkschafter in ihrem Brief an den Verwaltungsratspräsidenten.
Vom neuen Anteileigner fordert der OGBL ein klares Bekenntnis zum Standort Luxemburg. Die Zukunft der Cargolux und seiner Angestellten sowie die logistischen Aktivitäten Luxemburgs im Frachtflugbereich müssten langfristig absichert werden. Auch solle der neue Aktionär dem Luxemburger Sozialmodell sowie dem Standort Luxemburg positiv gegenüber stehen. Eine Sperrminiorät sollte dem zukünftigen Mitbesitzer verwehrt werden.
Zu Demaart
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