Vor der Kriminalkammer müssen sich seit Dienstag der 45-jährige Gilles Lousada und der 44-jährige Habès B. verantworten. Sie sollen am 9. Dezember 1999 einen Kassierer einer Bank überfallen haben. Beiden wird bewaffneter Raubüberfall vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft forderte am Donnerstag 18 Jahre Gefängnis gegen die beiden.
Die Taten, die den beiden vorgeworfen werden, gliedern sich in eine ganze Reihe von Überfällen ein. Ein dritter Mann, David Sciutti der ebenfalls damals dabei gewesen sein soll, wurde im Februar 2013 zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt. Am 9. Dezember 1999 sollen die Männer den Kassierer einer Bankfilliale in Rodange mitsamt seiner Familie in ihrem privaten Haus in Petingen eine Nacht lang gefesselt und eingesperrt haben. Dieselbe Bank war bereits im Februar 1999 überfallen worden. Am Tag danach seien die Beschuldigten mit dem Kassierer zur Bank gefahren und ihn dazu gezwungen haben den Tresor zu öffnen. Rund sieben Millionen Luxemburger Franken wurden bei dieser Tat geklaut. Nach dem Überfall sollen die Täter den Kassierer in einem Wald gefesselt haben.
DNS-Spuren
Die Ermittler haben an beiden Tatorten DNS-Spuren gefunden, die mit denen der Beschuldigten übereinstimmen. Gilles Lousada erklärte im Zeugenstand, er könne sich nicht erklären, wie die DNS-Spuren an die gefundenen Gegenstände gekommen seien. Er jedenfalls sei nicht dabei gewesen. Habès B. gestand die Tat, erklärte aber, dass er nicht der Bösewicht gewesen sei. Die Waffe, die er dabei hatte, sei aus Plastik gewesen und er wäre nicht gewalttätig gegenüber der Familie gewesen. Namen, wer noch alles am Home-Jacking beteiligt war, wollte Habès B. dem Gericht nicht verraten.
Ein Ermittler erklärte, dass die Täter die Frau und die Kinder im oberen Geschoss des Hauses eingesperrt haben und den Kassierer im Keller. Ein weiterer Ermittler beschrieb, dass einigen Gegenstände im Haus wie Gläser oder Tassen DNS- Spuren der Angeklagten gefunden wurden. Die Täter mussten sich eine Nacht in dem Haus verschanzen weil der Kassierer beim Verlassen der Bankfilliale das Zeitschloss aktiviert hatte.
Nebenklage
Der Rechtsanwalt Me Jean Minden reichte Nebenklage für die geschädigte Familie ein und forderte einen Betrag von rund 300.000 Euro. „Ein Home-Jacking ist eine abscheuliche Tat. Man hat dem Kassierer erzählt seine Familie hätte man nach Thionville gebracht und der Frau mitsamt beiden Kindern hat man gedroht sie sollen kooperieren ansonsten würde man den Mann umbringen“, so Me Minden.
Der Verteidiger von Gilles Lousada, Me Roby Schons plädierte auf Freispruch. Es gäbe laut dem Verteidiger keine eindeutigen Beweise, für die Straftat seines Mandanten.
Die Rechtsanwältin von Habès B., Me Anne Schreiner ging in ihrem Plädoyer darauf ein, dass ihr Mandant der einzige sei, der die Tat zugegeben hat. Die Verteidigerin unterstrich, dass er der einzige in diesem Prozess sei, der kooperiert hätte. „Er hat die Tat gestanden und deswegen fordere ich eine Haftstrafe mit Bewährung“, so Me Schreiner.
Die Staatsanwältin Martine Wodelet beantragte eine Gefängnisstrafe von 18 Jahren gegen Gilles Lousada und eine Haftstrafe von 15 Jahren gegen Habès B.
Am 25. Februar wird das Urteil ergehen.
Zu Demaart
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