Vor einem erlesenen Arbeitgeberpublikum soll ein Mitarbeiter der Luxemburger Gewerbeinspektion ITM nicht nur über die Rechte und Pflichten von Personaldelegierten erzählt haben, sondern auch darüber, wie eine Betriebsführung sich dieser Personen entledigen kann. Das Ganze spielte sich vor kurzem anlässlich einer Veranstaltung der US-amerikanischen Handelskammer in Luxemburg ab.
Den Vorfall aufgegriffen hatte als erste die Piratepartei, die auf das seltsame Benehmen des ITM-Vertreters aufmerksam gemacht hatte. Dieser soll den Patronatsvertretern auch erklärt haben, wie man das betriebsinterne Berufsgeheimnis so auslegen könne, um dem Personaldelegierten wichtige Informationen vorzuenthalten.
Interne Untersuchung
In einer ersten Reaktion hatte ITM-Direktor Robert Huberty eine interne Untersuchung des Vorfalls angekündigt. Der OGBL spricht am Freitag seinerseits von «schwerwiegenden Vorwürfen». In einem Brief an Arbeitsminister Nicolas Schmit, dem die ITM untersteht, fordert die Gewerkschaft ebenfalls eine detaillierte Untersuchung und die Veröffentlichung der Ergebnisse.
Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, müsse ein Disziplinarverfahren gegen den betreffenden Beamten einleiten. Der OGBL spricht von einem schwerwiegenden Verstoß gegen die Regeln der ITM. Aufgabe der ITM ist u.a., auf die Einhaltung des Arbeitsrechts in den Betrieben zu achten.
Zu Demaart
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