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Migration: Männer und Frauen denken anders

Migration: Männer und Frauen denken anders

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Die Einstellung gegenüber Einanderern in Luxemburg ändert sich, je nach Geschlecht oder eigenem Migrationshintergrund. Das geht aus einer Studie von CEPS/Instead hervor.

Claude Molinaro

Frühere Studien haben sich schon oft mit Anti-Immigrations-Tendenzen beschäftigt und gezeigt, dass die Größe der Einwanderergemeinschaft sowie die allgemeine wirtschaftliche Lage die Intensität dieser Gefühle maßgeblich beeinflussen. Allerdings untersuchten vorige Studien vor allem die Einstellung der Einheimischen; die Gruppe der Einwohner mit Migrationshintergrund wurde außer Betracht gelassen. Auch wurde bis dato nicht untersucht, wie unterschiedlich Frauen und Männer Immigration beurteilen.

Eine neue Studie von CEPS/Instead beschäftigt sich mit den Gründen, warum die drei erwähnten Gruppen die Einwanderung eventuell als Bedrohung sehen. Die Forscher sind sogar noch weitergegangen und untersuchten die Einstellungen nach dem Kriterium, ob die Befragten Männer oder Frauen sind.

Die erste Schlussfolgerung der Forscher ist die, dass sich sowohl Frauen als auch Männer über den Einfluss der Zuwanderung auf den Sozialstaat sowie auf die Sicherheit Sorgen machen. Eine weitergehende Analyse der Daten ergab, dass die Männer der drei Gruppen in etwa die gleichen Ansichten teilten, warum Zuwanderung eine Gefahr darstellen soll, mit einigen wenigen Ausnahmen.

Männer der „ersten Generation“ machen sich eher Sorgen über die Anzahl der Zuwanderer als Einheimische. Dies geht einher mit der Erkenntnis, dass diese Männer die Zuwanderer als Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt sehen. Einheimische Männer sehen die hohe Anzahl an Einwanderern vor allem als Bedrohung für unser Sozialsystem, eine Befürchtung, die nicht unbedingt von den Immigranten der ersten und zweiten Generation geteilt wird.

Besorgt um die Kultur

Unter den Frauen der drei Gruppen hingegen gab es mehr unterschiedliche Meinungen, warum Einwanderer eine Bedrohung darstellen könnten. Frauen der „zweiten Generation“ befürchten in der großen Anzahl der Zuwanderer eher eine Bedrohung für die Gesellschaft und eine Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt als die Einheimischen. Diese Frauen sind jedoch weniger besorgt um die luxemburgische Kultur – eine Besorgnis, die bei den Frauen der ersten Generation stärker ausgeprägt ist.
Die vollständige Studie unter:
valcos.ceps.lu

Der größte Unterschied in der Einstellung zur Immigration konnte unter den Zuwanderern der ersten Generation festgestellt werden. Die Frauen dieser Gruppe haben, insgesamt gesehen, weniger Befürchtungen, was eine allgemeine „Bedrohung durch Zuwanderer“ angeht, als ihre männlichen Pendants.

Bei der „zweiten Generation“ ist es vor allem die Sorge um das Sozialsystem, die im Vordergrund steht. Frauen dieser Gruppe machen sich größere Sorgen als die Männer um die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Frauen der zweiten Generation genossen in der Regel eine niedrigere Ausbildung und sind öfter Hausfrau. Dadurch sind sie weniger in Kontakt mit Zuwanderern, was die Resultate der Studie (s. Tageblatt vom 13.8.2010) über die Bedeutung der persönlichen Kontakte bestätigen würde.