Die Lehrergewerkschaften hatten vergangene Woche nach einer Unterredung mit Schulminister Claude Meisch Alarm geschlagen. Die Regierung wolle den Lehrauftrag verlängern, die bisher gewährten Freistunden nach Dienstalter reduzieren oder sogar abschaffen. Claude Meisch zeigt sich unbeeindruckt.
Angesichts der haushaltspolitischen Lage hat die Regierung beschlossen, die Zahl der Neueinstellungen beim Staat von bisher jährlich 300 auf die Hälfte zu reduzieren, und das in allen Verwaltungen. Die meisten Neuzugänge entfallen auf den Schulbereich. Sollte man mit den Lehrergewerkschaften keine Einigung erzielen, werde man mittelfristig nicht an einer Erhöhung der Klasseneffektive oder an anderen Maßnahmen vorbeikommen, die der Unterrichtsqualität schaden werden. «Das wollen wir aber nicht», sagt Claude Meisch in einem Gespräch mit «Le Quotidien» am Montag.
32 Stunden Arbeit für denselben Lohn
Derzeit wird der Lehrauftrag der Lehrer ab dem 45. Lebensjahr um eine Stunde reduziert, ab 50 sind es zwei und ab 55 vier Stunden. Auf diese Arbeitszeitverkürzung hat die Regierung es abgesehen. Man müsse ruhig darüber diskutieren, sagt Meisch. Wenn man von einer Stunde rede, seien eigentlich zwei Stunden gemeint, sagt Meisch: eine Stunde für den Unterricht und eine Stunde für die Vorbereitung. Vier Stunden Entlastung sind demnach acht Stunden weniger ab 55 Jahre. Der Lehrer arbeitet 32 Stunden für denselben Lohn. «Ich glaube, man kann vernünftig darüber reden», so Meisch. Das bedeute jedoch nicht, dass man alle Dienstalter bedingten Freistunden abschaffen wolle. Aber ist man ab 45 Jahre bereits alt, fragt er.
Dem sich anbahndenden Konflikt will Meisch nicht scheuen. Er sei nicht da, um sich mit den Lehrern oder ihren Gewerkschaften zu streiten, sondern um auf das Einhalten der wirtschaftlichen und finanziellen Tatsachen zu achten, sagt er und betont: «Das Unterrichtswesen ist Teil des Staates und keine isolierte Welt.»
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