Gleich zwei Parlamentsausschüsse haben sich am Dienstag dem Thema Prostitution gewidmet. Diskussionsgrundlage lieferte die Regierungsstrategie, deren Eckpunkte Gleichstellungsministerin Lydia Mutsch (LSAP) und Justizminister Felix Braz (déi gréng) darlegten. Die Vorarbeiten hatte die Plattform Prostitution geliefert. Dieser hatten Vertreter verschiedener Ministerien, der Kriminalpolizei, der Staatsanwaltschaft, der HIV-Beratung, der Beratungsstelle für Prostituierte dropIn und des hauptstädtischen sozialen Interventionsdienstes angehört.
Luxemburg will in der Frage eigene Wege gehen, betont Lydia Mutsch. Die Regierung habe jedoch noch keine abschließende Bewertung vorgenommen. Ohnehin wartet man noch auf die Ergebnisse einer geplanten Orientierungsdebatte im Parlament, heißt es am Dienstag seitens des Gleichstellungsministeriums.
Ausländische Modelle
Zur Debatte steht etwa das schwedische Modell, das die Freier bestraft. Belgien, Frankreich und Spanien setzen auf das sogenannte Abolitionsprinzip, das langfristig die Abschaffung der Prostitution vorsieht. Gemein ist diesen Modellen, dass die Frauen darin als Opfer angesehen werden. Das in Deutschland, der Schweiz und in den Niederlanden angewandte Regulationsprinzip toleriert die Prostitution und stellt es unter staatliche Kontrolle.
„Wir brauchen weder ein deutsches, noch ein holländisches oder ein schwedisches Modell. Wir brauchen ein luxemburgisches Modell, das vor allem auf Pragmatismus setzt“, wird Lydia Mutsch in einer Mitteilung ihres Ministeriums zitiert. „Unser Modell muss auf Prävention und Aufklärung aufbauen, und Alternativen zur Prostitution aufzeigen. Die Ausarbeitung einer EXIT-Strategie, in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle ‚dropIn‘, dem Arbeitsamt und des Roten Kreuzes, genießt dabei oberste Priorität.“
Die EXIT-Strategie sieht neben beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen die Bereitstellung von Wohnraum vor. Das Rote Kreuz bietet in einer ersten Phase zwei Wohnungen an. Zuhälterei und Menschenhandel sollen stärker bekämpft werden.
In Luxemburg ist Prostitution nicht verboten, Zuhälterei wohl. Die Schaffung von Eroszentren steht derzeit nicht zur Debatte.
Zu Demaart
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