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«Lügen und Desinformation»

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Als verleumderisch haben Jeannot Krecké, Ex-Wirtschaftsminister, und Jean-Claude Knebler, aktueller Generalkonsul in New York, Behauptungen auf der Web-Seite nugudy.com bezeichnet. Die Regierung gibt Rückendeckung.

„Corruption, Sanctions and Deal-Making: Luxembourg Style“. So der Titel eines Beitrags auf der englischen Version des arabisch-sprachigen Newsportals Nuqudy.com im August. Im Visier: Ex-Wirtschaftsminister Jeannot Krecké und sein damaliger enger Mitarbeiter im Wirtschaftsministerium Jean-Claude Knebeler, heute Generalkonsul in New York.

Logo" class="infobox_img" />Ex-Wirtschaftsminister und Rentner Jeannot Krecké

Logo" class="infobox_img" />Jean-Claude Knebeler, heute Generalkonsul in New York

Ihnen wird eine Beteiligung an einem kriminellen Zigarettenschmuggel mit dem Iran vorgeworfen, Einflussnahme auf die Politik von Cargolux und der Besitz von katarischen Kreditkarten. Die Rede ist auch von Technologieschmuggel für das iranische Nuklearprogramm.

Alles erlogen, so die beiden Betroffenen. Sie sprechen von einer verleumderischen Publikation auf nuqudy.com und weisen Punkt für Punkt die Vorwürfe zurück. Welche Zielländer Cargolux anfliege, sei allein die Entscheidung der Frachtfluggesellschaft. Nuqudy.com hatte Krecké vorgeworfen, sich für die Aufrechterhaltung der Linie nach Teheran eingesetzt zu haben. Alles was den Flughafen Findel verlasse, werde vom Zoll kontrolliert. Keinerlei Beziehung habe man zur Gesellschaft Malu, die am Zigarettenschmuggel via Cargolux in den Iran beteiligt gewesen sei soll. Laut nuqudy.com sollen Krecké und Knebeler in den Jahren des Zigarettenschmuggels 2006 bis 2008 jährlich 1,4 Millionen Dollar jährlich zugeflossen sein.

Keine Verhandlungen mit Katar

Nicht eingebunden waren Krecké und Knebeler eigenen Aussagen zufolge auch beim Verkauf von Cargolux-Anteilen an Qatar Airways und der Veräußerung von Dexia/BIL und KBL an qatarische Fonds. Die Verhandlungen seien vom Finanzministerium geführt worden. Kreditkarten eines anderen Landes, um Personen zu beeinflussen, habe man nicht gehabt.

Knebeler weist seinerseits den Vorwurf zurück, während der Übernahmeschlacht von Arcelor durch Mittal Steel Lakshmi Mittal über Interna informiert zu haben. Knebeler sei nicht in diese Verhandlungen eingebunden gewesen. Dass Krecké in den Verwaltungsrat von ArcelorMittal genannt wurde, sei eine Entscheidung der Regierung gewesen und keine Dankesgeste von Lakshmi Mittal.

Schatten der SREL-Affäre?

Auch den Vorwurf, er sei zum Rücktritt gezwungen worden, weist Krecké von sich. Er habe seine Partei bereits im Juni 2009 darüber informiert, dass er sein Mandat nicht bis zum Schluss ausführen werde.
Stehen die Beschuldigungen im Zusammenhang mit der SREL-Affäre? Nach der Zeugenaussage von Knebeler vor dem SREL-Untersuchungsausschuss würden die Vorwürfe immer wieder aufgefrischt, heißt es. Beweise würden jedoch keine vorgelegt. Sollten die Autoren dieser Aussagen über welche verfügen, sollten sie die Staatsanwaltschaft damit befassen.

Auch Premierminister Jean-Claude Juncker weist jeden Vorwurf gegen Krecké und Knebeler zurück. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von DP-Präsident Xavier Bettel spricht Juncker von Lügen, einer Desinformations- und Verleumdungskampagne. Krecké sei während seiner Ministerzeit nichts vorzuwerfen, betont Juncker. Krecké und Knebeler haben die Staatsanwaltschaft mit der Affäre befasst. Beiden wird juristischer Beistand gewährt.