Sonntag18. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Lesestunde im Gerichtssaal

Lesestunde im Gerichtssaal

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Gleich drei Tage sind für die Anhörungsprotokolle von Ex-Polizeichef Pierre Reuland beim Bommeleeër-Prozess vorgesehen. Den Auftakt machten am Montag jedoch Aussagen von DNA-Expertin Elizabet Petkovski.

Vor den Sommerferien hatte sich Pierre Reuland, Ex-Generaldirektor der Polizei, geweigert, die Niederschrift seiner Zeugenaussage vor Gericht zu unterzeichnen. Sie sei lückenhaft, hatte es geheißen. Das wurde nun verbessert. Während drei Verhandlungstagen soll sich nun mit der ergänzten Niederschrift beschäftigt werden. Vor den Sommerferien hatten 50 Minuten gereicht.

Doch Pierre Reuland versuchte am Montag, dem Gericht einen Strich durch die Rechnung zu machen. Er möchte die Niedeschrift zuhause in Ruhe lesen, forderte er. Das lehnte die vorsitzende Richterin Sylvie Conter jedoch ab. Das widerspreche den Prozeduren. Reuland werde ein Raum im Gerichtsgebäude zur Verfügung gestellt, ohne Anwalt und Handy. Schließlich willigte Reuland ein. Zuerst wird die Abschrift jedoch öffentlich im Gerichtssaal vorgelesen. Viele Zuschauer verließen jedoch den Saal.

Meinungsunterschiede über DNA-Spuren von Johannes Kramer

In den Zeugenstand trat am Montag zu Verhandlungsbeginn erneut auch die DNA-Spezialistin Dr. Elizabet Petkovski. Sie war bereits vor zwei Wochen gehört worden und hatte sich zu DNA-Spuren von Johannes Kramer auf Beweisstücken geäußert. Kramers Sohn Andreas hatte vor Gericht im April ausgesagt, sein Vater sei in der Anschlagsserie der 1980er Jahre in Luxemburg impliziert. Mögliche Spuren Kramers wurden auf einem Privatschreiben des damaligen stellvertretenden BMG-Chefs Jos Steil gefunden. Mitgliedern dieser Sonderabteilung der Gendarmerie wird vorgeworfen, an den Anschlägen beteiligt gewesen zu sein.

Petkovski bestätigte am Montag vor Gericht, dass auf dem Schreiben von Steil tatsächlich DNA-Spuren von Johannes Kramer gefunden wurden. Wie sich jedoch aus den Antworten Petkovskis hervorgeht, wurden nicht alle Gegenstände, die im Zuge der Bommeleeër-Affäre beschlagnahmt worden waren, auf DNA-Spuren untersucht. Me Gaston Vogel spricht von einem Skandal.

Petkovski schilderte vor Gericht, wie sie zu dieser Schlussfolgerung kam. Durch «Hypothesen» und zahlreichen Analysen sei man auf die Kramer-DNA gekommen, sagt sie. Interessanterweise kamen DNA-Experten der Uni Mainz, denen mehr DNA-Spuren vorlagen, zu einer anderen Schlussfolgerung. Sie fanden keine Verbindung zu Kramer.

Am Dienstag wird das Vorlesen der Niederschrift der Reulandschen Aussagen fortgesetzt.