Transparency International ist einer der Hauptakteure im Kampf gegen die weltweite Korruption. Die Organisation veröffentlicht regelmäßig Berichte über die Lage in den verschiedenen Ländern. Transparency erfasst auch Luxemburg. Am Mittwoch wurde der Bericht für das Großherzogtum vorgestellt.
In den letzten zwei Jahren seien im Rahmen der 2012 ins Leben gerufenen EU-weiten Aktion «Speak up» etwa 100 Meldungen über Korruption bei Transparency Luxemburg eingegangen, hieß es am Mittwoch. Aber nur etwa die Hälfte davon hatte wirklich etwas mit Korruption zu tun, wurde betont. Große Korruptionsfälle seien in Luxemburg rar, wurde am Mittwoch erklärt.
Am meisten von den Vorwürfen waren Gemeinden betroffen. Aber auch der Staat, Immobilienunternehmen und Finanzinstitute wurden an den Pranger gestellt.
Eingeschränkter Handlungsraum
Häufig konnte Transparency aber nicht mehr viel gegen die vermeintliche Korruption tun, entweder weil die Tat verjährt war oder weil Beweise fehlten.
Die ONG fordert im Kampf gegen die Korruption unter anderem einen besseren Schutz der sognannten «whistleblower», also der Leute die illegale Praktiken aufdecken und an die Öffentlichkeit bringen. Außerdem soll das gesamte Personal von Staat und Gemeinden ebenso wie die Kommunalpolitiker einen Deontologiekodex erhalten.
Transparency hat 2009 einen Ableger in Luxemburg gegründet und beschäftigt derzeit etwa 40 Mitarbeiter. Das Jahresbudget der NGO beträgt ungefähr 150.000 Euro.
Zu Demaart
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