Die Luxair steht unter Druck. Veränderte Geschäftsbedingungen durch die Liberalisierungspolitik in der EU erfordern von der Gesellschaft Anpassungen. Druck kommt dieser Tage auch von den Gewerkschaften. Sie befürchten Anpassungen auf Kosten des Personals. Seit Anfang Oktober gelten laut Direktion die alten Kollektivverträge nicht mehr. Sie hat eine Einstellung aller Lohnautomatismen verfügt. Die Gewerkschaften bereiten einen Streik vor.
Vor diesem Hintergrund verläuft am Donnerstag in Luxemburg ein Treffen zwischen Gewerkschaften und Firmenleitung vor dem nationalen Schlichter. Die Direktion wolle Zahlenmaterial vorlegen, auf das die Gewerkschaften seit langem warten, heißt es. Ein Tag vor dem Treffen legte der OGBL Vorschläge vor, um aus der verfahrenen Situation herauszukommen.
Um den Luxemburger Markt vor der wilden Konkurrenz zu schützen, sollte der Luxair-Kollektivvertrag allgemein gültig erklärt werden. Ein sektorieller Kollektivvertrag verhindere sowohl Sozialdumping als auch die Zerstörung der bestehenden Verträge, so die Gewerkschaft. Zusätzlich fordert der OGBL von der Direktion die Zusagen, dass sie auf Outsourcing und Delokalisierung verzichtet.
Gemeinsam und doch getrennt
Die Forderungen werden nicht vom LCGB geteilt. Die christlichsoziale Gewerkschaft rief ihrerseits für Donnerstagmorgen vor Beginn der Sitzung beim Schlichtungsamt zu einer Protestkundgebung auf. Als Bruch der gemeinsamen Gewerkschaftsfront sei dies nicht zu werten, hatte uns LCGG-Verhandlungssekretär Aloyse Kapweiler am Mittwoch versichert. Man wolle zeigen, dass das Personal größtes Interesse am Verlauf dieser Sitzung hat. Eines der wichtigsten Treffen in der Geschichte des Unternehmens, so Kapweiler.
Der OGBL distanzierte von der Aktion. Man möchte dem Dialog eine letzte Chance einräumen, bevor er sich über weitere Schritte entscheidet. So sollen die Gewerkschaftsmitglieder über einen möglichen Streik befragt werden.
Zu Demaart
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