Den Menschen wird mehr versprochen, als eingenommen wird. Das hat der aktuelle Präsident der Pensionskasse Robert Kieffer am Montag in einem Gespräch für das Radio 100,7 gesagt. Bereits in der Vergangenheit hatte sich Kieffer kritisch zur aktuellen Altersvorsorge geäußert.
Das System ist seiner Ansicht nicht nachhaltig. Auch die Rentenreform von 2012 hat nichts daran geändert. So würden derzeit 48 Prozent der Lohnmasse als Leistung in Aussicht gestellt, kassiert werde jedoch nur 24 Prozent der Lohnmasse. Kieffer spricht in diesem Zusammenhang von einem Madoff-System, nach dem US-Finanzexperten Bernard Madoff benannt, der wegen seiner betrügerischen Finanzmontage im Gefängnis sitzt. Dabei handelt es sich um ein finanzielles Schneeballsystem, das nur solange funktionieren kann, wie die Zahl der Zahlenden zunimmt. Das Rentensystem habe bisher nur funktioniert, weil in Luxemburg stets neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, so der Präsident der Rentenkasse.
Kieffer zufolge werden die Ausgaben der Rentenkasse bereits im Jahr 2020 die Einnahmen übersteigen. Spätestens Ende 2020 müsse dann auf die Reserven zurückgegriffen werden. Die belaufen sich derzeit auf 15 Milliarden Euro, viermal die Jahresausgaben. Um das Rentensystem in seiner aktuellen Form aufrechtzuerhalten müssten sich die Reserven aber auf 30 Milliarden Euro belaufen, so Kieffer gegenüber Radio 100,7.
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